zur Navigation springen

Googles Weg ins Schwellenland

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Günstige Smartphones und eine neue Messenger-App: Google entdeckt Indien. Das Potential ist riesig.

Facebook ist mächtig, das dürfte inzwischen allen klar sein. Mit der Übernahme der verbreiteten Messenger-App Whatsapp wird das Unternehmen noch ein bisschen mächtiger. Doch dieser andere mächtige Internet-Konzern aus Kalifornien möchte das offenbar nicht tatenlos mit ansehen: Google arbeitet an einer eigenen Messenger-App.

Einen Namen hat die geheimnisvolle Neue noch nicht – und hierzulande wird die Whatsapp-Alternative auch noch länger eine Fremde bleiben. Denn beim Kampf um Marktanteile will sich Google erst einmal auf Schwellenländer konzentrieren: Der Messenger soll 2015 nur in Indien auf den Markt kommen, berichtet die indische Economic Times. Kostenlos ist er demnach auch.

Die App ist offensichtlich Teil eines größeren Plans. „Android One“ heißt die Google-Initiative, die Menschen in Schwellenländern ins Internet bringen soll. Die passenden Billig-Smartphones hat der Konzern schon vor zwei Wochen auf den indischen Markt gebracht. Die Geräte kosten weniger als100 Euro. Die ersten drei Geräte sind mit 4,5-Zoll-Displays mit 854 mal 480 Pixeln und einem Quadcore-Prozessor und einer 5-Megapixel-Kamera ausgerüstet.

Dass Google abseits der dicht besiedelten Industrienationen nach Geschäftsmodellen sucht, beweist auch das „Project Loon“. In extrem ländlichen Gegenden, wo terrestrisches Netz viel zu teuer oder praktisch unmöglich ist, sollen in der Stratosphäre riesige gasgefüllte Ballons schweben, an denen solarbetriebene Relaisstationen angebracht sind. Die Fluggeräte sollen Internet in die abgelegensten Winkel der Welt bringen. Getestet wird die Idee seit ungefähr einem Jahr.

Internetzugang für alle: Hinter diesem Ziel steckt mehr als reine Menschenliebe. Mit dem Verkauf der indischen Smartphones allein dürfte Google zwar nicht viel Geld verdienen. Doch das Betriebssystem Android könnte sich so in Indien, Bangladesch, Sri Lanka und anderen Ländern als Standard durchsetzen. Das Potential ist riesig. Allein in Indien leben rund 1,257 Millarden Menschen.

Außerdem profitiert Google davon, wenn die Zahl der Internetnutzer weltweit weiter steigt: Mehr Menschen im Netz nutzen öfter die Suchmaschine – und sehen dabei mehr Google-Anzeigen. Und das macht Google noch ein bisschen mächtiger.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 17:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen