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Wettbewerbsverfahren der EU : Googles offene Flanke Android

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Aus der Onlineredaktion

Ein Detail aus den Vorwürfen der EU-Kommission gegen Google könnte teuer werden, kommentiert Joachim Dreykluft.

Google ist so sehr Teil unseres Alltags, dass jeder irgendeine Meinung dazu hat. Die einen freuen sich, so viele wunderbare Dienste zu bekommen, ohne Geld dafür zahlen zu müssen. Andere haben ein schlechtes Gefühl angesichts der Macht der Datenkrake, die gefühlt mehr über uns weiß als wir selbst. In Deutschland akkumuliert sich seltsamerweise beides: Hier hat Google mit rund 94 Prozent einen riesigen Marktanteil (USA: 65 Prozent). Und auch seine lautesten Kritiker.

Die hiesigen Meinungsführer sind mit dafür verantwortlich, dass die EU offiziell gegen Google vorgeht.  Mit dabei: Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und EU-Internet-Kommissar Günther Oettinger. Hauptvorwurf: Google bevorzugt bei der Suche die eigenen Dienste und behindert Wettbewerber.

Der Gesamtvorwurf ist ziemlich alt. Nach fünf Jahren Untersuchung ist davon ein kleiner Teil übrig geblieben: die Shopping-Suche. Das Absurde: Gerade hier ist Google wirklich nicht gut. Haben Sie schon einmal den Preisvergleich von Google genutzt? Konkurrenten wie die Axel-Springer-Tochter Idealo oder billiger.de, woran die Telekom indirekt beteiligt ist, machen diesen Job viel besser. Absolut nachvollziehbar sind deshalb von Google gestern zur Verteidigung vorgelegte Statistiken, welch geringe Rolle die eigene Preissuchmaschine im Netz spielt.

Anders dagegen die Vorwürfe der EU-Kommission in Sachen Android. Das Smartphone-Betriebssystem ist quelloffene Software. Das bedeutet, jeder darf sie weiterentwickeln, verändern und selbst vertreiben. Das war bislang ein Totschlagargument gegen Kritiker, Google missbrauche seine 80-Prozent-Macht in diesem Markt.

Nun kommt von der Kommission der Vorwurf, Google habe Hersteller bei der Entwicklung und dem Vertrieb solcher Android-Varianten illegal am Marktzugang behindert.

Die Kommission will diesen Vorwurf prüfen. Kann sie ihn beweisen, droht Google eine Strafe, größer als einst die halbe Milliarde gegen Microsoft.

Link: Stellungnahme der EU-Kommission zum Thema Android

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erstellt am 15.Apr.2015 | 18:46 Uhr

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