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Matthies' Netzwelt : Google vergisst die Färöer - das ist ihre Reaktion

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Google Übersetzer kennt 40 Sprachen. Färöisch nicht. Die Inselbewohner dolmetschen per Video.

von
erstellt am 16.Okt.2017 | 14:34 Uhr

Die Färöer sind für Google wie Wolfsburg für die Deutsche Bahn: Sie werden häufig vergessen. Aktuell scheint es, als sei die Inselgruppe im Nordatlantik für den Suchmaschinenkonzern zu unbedeutend, damit es die Sprache der Färinger in den Google Übersetzer schafft.

So gut die Dolmetscher-App auch sein mag, besonders viele Sprachen beherrscht sie nicht. Es sind nur 40. Weltweit gibt es aber etwa 7000 – ohne Dialekte. Färöisch ist neben Dänisch die offizelle Amtssprache der Färöer, weltweit sind etwa 80.000 Menschen der Sprache mächtig. Zu wenig für Google. Die Färinger aber lassen sich nicht unterkriegen. Sie können auch ohne den Internetgiganten.

Der Tourismusverband „Visit Faroe Islands“ hat die Not zur Tugend gemacht. Auf der Seite „Faroe Islands Translate“ können Besucher Begriffe oder Phrasen eingeben und übersetzen lassen. Die Anfragen bekommen Freiwillige, sie sprechen die Übersetzungen auf Färöisch in eine Handykamera oder Webcam. Alle Übersetzungen sind im Archiv abrufbar.

Schon 2016 wurde der färöische Tourismusverband aktiv, als man es in Mountain View nicht für nötig hielt, für den Kartendienst Street View Kamerawagen auf die Inseln zu schicken. Die Färinger schnallten daraufhin Kameras auf die Schafrücken – die Aktion Sheepview wurde weltweit berühmt. Auch Google reagierte, schickte Kameras und vermittelte das Know-how. Vielleicht kommen dieses Mal ja Google-Manager zum Dolmetschen.

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