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Nagars Netzwelt : Google, Twitter und die unendliche Gerüchteküche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es kursieren Gerüchte einer Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch Google. Schon wieder.

Es wäre ein Mega-Deal. Größer als die Übernahme Instagrams durch Facebook. Google steht schon seit langem unter Verdacht, sich Twitter einverleiben zu wollen. Denn: Die eigenen Gehversuche auf dem Markt der Sozialen Medien sind mit Google Plus eher als ausbaufähig einzustufen.

Nun gibt es entsprechende Gerüchte,dass der Datenkrake es auf den Zwitscher-Service abgesehen hat, schon seit Urzeiten (in Internetdimensionen gemessen). Und hopps, jedesmal steigen auch gleich die Aktienpreise.

Aktueller Anlass der Gerüchte: Twitter soll den Finanz-Dienstleister Goldman Sachs engagiert haben, um auf mögliche Bieter reagieren zu können. Und als Bieter kommen nicht allzu viele Interessenten infrage. Denn Twitter ist ein ganz ganz fettes Vögelchen. Derzeit eiert der Börsenwert des zweitgrößten Social Media-Anbieters (nach Facebook) bei rund 33 Milliarden Dollar. Das Finanzmagazin „Business Insider“ schätzt, dass ein Kaufpreis von mindestens 50 Milliarden anzusetzen ist. Selbst für Google sollten das keine Peanuts sein. Ob sich das jemals auszahlen wird, bleibt fraglich.

Solche Zahlen sorgen unterdessen nicht gerade für Sympathiewerte. Für die meisten Nutzer würde ein Aufkauf aber wohl ohne Konsequenzen bleiben. Der Netz-Zentralismus sorgt bei vielen nur für Achselzucken. Dann hat Google eben noch mehr Daten. Man wird sich in ein bis zwei erbosten Tweets kurz drüber aufregen und dann munter weitertwittern. Denn die Alternativen im Sozialen Medienbereich sind überschaubar. Selbst die Google-Suche spuckt nur wenige Namen aus.

Witzigstes Beispiel ist da wohl quitter.se. Das wurde aus Protest gegen „zentralisierte kommerzielle Dienste“ gegründet. Hoffentlich werden sie nicht zu erfolgreich. Denn bei den Sozialen Medien beißt sich leider die Katze in den Schwanz: Ohne kritische Masse machen diese Plattformen eben einfach keinen Spaß. Doch sind sie erst einmal zu groß, sorgen sie für Unmut bei den Nutzern.

Man kann den möglichen Milliarden-Deal wohl in weniger als der bei Twitter üblichen 140 Zeichen zusammen fassen. #besser nicht

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erstellt am 10.Apr.2015 | 07:45 Uhr

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