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Entwicklerkonferenz I/O : Google stellt die Zukunft der Technik vor

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Entwicklerkonferenz Google I/O ist verspielt, bunt, pompös - und zeigt die mögliche Technik-Welt der kommenden Jahre.

Android-Smartphones, virtuelle Realität, vernetztes Zuhause, selbstfahrende Autos, die Zukunft des Fernsehens mit YouTube - Google und Konzernmutter Alphabet haben viele Bälle in der Luft. Ab Mittwoch könnten weitere dazukommen: Die jährliche Entwicklerkonferenz Google I/O ist längst zum zentralen Technik-Taktgeber geworden. Hier werden die nächsten Versionen des Smartphone-Systems Android veröffentlicht. Hier wurden Dienste wie die Sprachsteuerung Google Now oder die Bezahlplattform Android Pay vorgestellt.

In diesem Jahr dürfte einiges anders sein: Einen ausführlichen Vorgeschmack auf die nächste Android-Version „N“ gab Google bereits im März. Bei der Google I/O dürfte es neue Details geben. Vielleicht auch den vollen Namen – N wie Nutella? Nougat? Oder Nerds? Google gibt Android-Versionen immer den Namen von Süßigkeiten in alphabetischer Reihenfolge. Aktuell ist „Marshmallow“ an der Reihe.

Die ganz großen News müssen aber aus anderen Bereichen als Android kommen. Spekuliert wird, dass Google eine Brille für die Anzeige virtueller Realität zeigen könnte, die im Gegensatz zu den bisherigen „Cardboard“-Faltkästchen aus Pappe ohne ein Smartphone als Herzstück auskommt. Das „Wall Street Journal“ schrieb, VR-Technologie solle direkt in Android eingebunden werden.

Neuigkeiten werden außerdem zum „Project Tango“ erwartet, dem Smartphone, das mit Hilfe vieler Sensoren seine Umgebung erfassen kann. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, ein erstes Gerät könne im Sommer auf den Markt kommen und zur Vermessung von Innenräumen beitragen, ähnlich wie Google mit Street View die Außenwelt abbildete. Zudem berichtete das Technologieblog „Recode“, Google arbeite auch an einem vernetzten Lautsprecher – auch wenn unklar sei, ob es zur Google I/O schon etwas zu zeigen geben werde. Auch ob die selbstfahrenden Autos des Konzerns einen Auftritt haben werden, blieb bis zuletzt fraglich.

Ein weiterer Kandidat ist das „Project Ara“, ein modulares Telefon, das man aus Teilen wie Bildschirm, Kamera, Chip-Block zusammenstecken kann. Vorversionen gab es schon zu sehen – irgendwann gestanden die Entwickler jedoch ein, dass das Konzept daran krankte, dass die Bauteile zu schlecht zusammenhielten. Das spiegelt auch ein allgemeines Problem der I/O wider: Google zeigt viele coole Sachen, aber eine Menge davon findet auch nicht den Weg in den Alltag.

So kam die mit großem Aufwand präsentierte Glass-Brille unter anderem wegen Datenschutz-Bedenken nie über eine Testphase in den USA hinaus. Die vernetzte Unterhaltungsanlage Nexus Q wurde gleich nach der Präsentation gestoppt. Das vor einem Jahr vorgestellte „Marshmallow“-Android läuft gerade einmal auf 7,5 Prozent der Google-Smartphones. Unterdessen bleibt trotz der vielen verschiedenen Ideen unter dem Alphabet-Dach Google mit seinem Online-Werbegeschäft praktisch die einzige Geldquelle des Konzerns. Zuletzt stieg der Alphabet-Umsatz im ersten Quartal um 17 Prozent auf 20,26 Milliarden Dollar.

Für das Kerngeschäft des Konzerns gibt es aber neue Gefahren wie Chatbots – Software, mit der Nutzer kommunizieren können. Google hat unter seinem Dach die Bausteine auch dafür und Firmenchef Sundar Pichai rechnet bereits damit, dass künstliche Intelligenz die Zukunft der Computer-Technik bestimmen wird. „Der nächste große Schritt wird sein, dass das Konzept eines ,Geräts’ sich auflöst. Mit der Zeit wird der Computer – welche Form auch immer er annehmen wird – zu einem intelligenten Assistenten, der Sie durch den Tag führt“, schrieb Pichai jüngst in einem Blogeintrag. Künstliche Intelligenz werde so wichtig sein wie heute Smartphones und mobile Dienste.

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