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Christiansens Netzwelt : Google hilft gegen Langeweile

vom

Der Suchmaschinen-Riese will seinen Nutzern die Zeiten des geistigen Leerlaufs madig machen.

von
erstellt am 04.Aug.2017 | 10:58 Uhr

Wissen Sie noch wie das ist, sich mal so richtig zu langweilen? Um ehrlich zu sein: ich nicht. Ständig lauern Dinge, die erledigt werden wollen, und wenn sie mich nicht anspringen, suche ich mir eben welche. Steht rein gar nichts mehr auf der To-do-Liste, finden meine Augen Beschäftigung via Fernsehen, Buch oder Smartphone. Dieser ständige Input ist ein Horror-Szenario für jeden Hirnforscher.

Nicht so für Google. Der US-Internet-Allrounder setzt künftig darauf, auch die letzte Lücke unseres eigentlich schwer beschäftigten Geistes mit Infos zu füllen – ohne dass wir danach suchen müssen. Ein Algorithmus soll die Google-Suche befähigen, uns eigenständig mit auf uns zugeschnittenen Neuigkeiten zu füttern, wenn wir aus Langeweile zum Smartphone greifen. Unser Surf- und Suchverhalten liefert Google Hinweise darauf, was  interessieren könnte, es können auch aktiv Themen abonniert werden. Mitte Juli ging die Funktion in den USA an den Start, jetzt soll sie weltweit  ausgerollt werden. Im Kern kennen wir so einen individualisierten Newsfeed schon von Facebook – da glaubt man auch zu wissen, was wir sehen wollen.

Googles Angebot zur Flucht aus Zeiten des geistigen Leerlaufs ist clever – und gleichzeitig ist es beunruhigend, wie gläsern wir uns machen. Vielleicht bleibt meine persönliche Lösung zunächst ganz simpel: nicht jedes Angebot wahrnehmen und einfach mal ins Leere schauen. Das Hirn braucht Pausen. Und wann hat man dafür noch Zeit außer in der Supermarktschlange?

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