zur Navigation springen

Dreyklufts Netzwelt : Glucken-Apps: Das Handy der Kids ist okay

vom
Aus der Onlineredaktion

Apps kontrollieren Smartphones von Kindern im Auftrag von Eltern. Eine schlechte Idee.

von
erstellt am 09.Mai.2017 | 19:07 Uhr

Das Netz ist voller Gefahren. Phishing und Spyware, Viren und Trojaner, Porno und Privatsphäre, die verletzt wird. Das macht vielen Erwachsenen Angst. Und Erwachsenen, die Kinder haben, macht das noch mehr Angst. Was tun diese Eltern? Sie machen mit ihren Kindern, wovor sie selbst totale Angst haben, dass Google und Facebook das mit ihnen tun: die totale Überwachung.

Denn viele Eltern sind im Dilemma: Ein Telefon sollen ihre Kinder haben, denn sie sollen erreichbar sein. Aber Telefon bedeutet heutzutage fast immer Smartphone. Und schon ist dieses gefährliche Internet in der Hosentasche ihrer Kinder. App-Anbieter haben das Geschäft entdeckt: „Web Watcher Elternaufsicht” heißt eine App ganz unumwunden. Oder „Norton family parental control“.

Alle versprechen im Grunde dasselbe: Eltern können auf ihrem Smartphone sehen, was die Kinder auf deren Smartphone so treiben: Suchhistorie, Anrufe, Chatprotokolle, Aufenthaltsort. Und sie können Zeiten festlegen, in denen das Smartphone gesperrt ist.

Das Internet ist voller dunkler Geschichten. So wirbt Norton für „Norton Familiy“:

Auch Google geht jetzt in diesen Markt, mit der App „Familiy Link“. Noch ist sie nicht in Deutschland erhältlich. In den USA muss man sich um die Teilnahme an einem Probe-Programm bewerben (ein übliches Verfahren, um Tester zu gewinnen für Produkte, die noch nicht ganz fertig sind). Mit „Familiy Link“ kann man dann den Nutzungsverlauf beobachten und etwa Schlaf- und Nutzungszeiten festlegen.

Ich habe ein ganz schlechtes Bauchgefühl dabei, Kinder so zu überwachen. Zunächst führt es zu einem Wettrüsten beim technischen Know-how. Denn die Kleinen sind ja nicht blöd und wissen, wie man technische Sperren aushebelt. Bestenfalls lernen hierbei die Eltern noch etwas.

Und dann ist da noch das Thema Vertrauen. Wollen wir denen, die wir zu eigen- und selbständigen Menschen erziehen wollen, tatsächlich eine Wanze an den Leib setzen, bei der wir selbst nach dem nächsten Datenschutzbeauftragten schreien würden?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen