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Henckes' Netzwelt : Generation „Brille vorm Kopf“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viele kommen nicht mal mit der echten Welt klar, der Sprung in die virtuelle ist daher nicht ratsam.

Bislang galt Oculus Rift als die Brille, mit der Spieler in den virtuellen Raum eintauchen können. Nun stellen HTC und Valve – bekannt durch die Plattform „Steam“ – ein neues revolutionäres Virtual-Reality-System vor: „Vive“. Mit hochauflösendem Display, kurzer Reaktionszeit und Laserverfolgung kann man sich bald im heimischen Wohnzimmer seine eigene, kleine, virtuelle Welt schaffen, versprechen die Hersteller.

In Tests auf der Game Developers Conference (GDC) konnte man sich so in einer virtuellen Küche zum Beispiel eine Suppe kochen. Wenn das mal nicht die Zukunft ist. In wenigen Monaten werden tausende Männer in virtuellen Küchen kochen, anstatt wie heute vor der Playstation zu hocken – im Spiel macht’s halt doch mehr Spaß.

Aber mal im Ernst: Die technische Entwicklung der virtuellen Realität ist wirklich bemerkenswert, doch muss man auch nach dem Sinn fragen. Ein völlig neues Spiel-Erlebnis, klar. Aber möchte man künftig noch mehr im Spiel sein als vorher? Auf dem Schlachtfeld ist man mit der Waffe mittendrin statt nur dabei, überfällt ein paar virtuelle Banken oder schlägt sich gegen Monster in einem geheimen Testlabor durch, wo ein Experiment furchtbar schief gegangen ist. Nicht auszudenken was es noch alles geben wird, was sich fast real simulieren lässt. Eine gruselige Vorstellung.

Das reale Leben bleibt in der Zukunft draußen, auch wenn es tausend mal schöner, grausamer oder faszinierender ist, als durch ein Display betrachtet. Nach der Generation „Kopf unten“ wird es dann die Generation „Brille vorm Kopf“ geben, die sich dauerhaft in eine virtuelle Realität flüchtet – ein Second Life 2.0 sozusagen.

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erstellt am 09.Mär.2015 | 05:53 Uhr

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