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E-Mail-Sicherheit : Gefährliche Liebesgrüße

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Nicht alles zum Valentinstag aus dem Internet ist romantisch. Jetzt werden wieder viele Spam-Mails verschickt, getarnt als Grußkarten. So können Sie sie entlarven.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2010 | 05:31 Uhr

Im Netz sind gefährliche Liebesgrüße unterwegs: Die erste Welle mit Spam-Mails zum Valentinstag ist bereits über die E-Mail-Accounts geschwappt. Die Palette der Nachrichten reicht von gefälschten Grußkartenmails bis hin zu aufdringlichem Valentinstags-Shopping-Spam.
Szenario 1: Die Grußkarte verbirgt sich angeblich hinter einem Link. Ein Klick reicht für die Betrüger aus, um den Rechner unbemerkt mit Schadcodes zu infizieren. Die Folgen reichen von möglichem Datendiebstahl bis zum Verlust der Kontrolle über den eigenen PC. Tipp: Wenn Sie so eine Mail erhalten und den Absender nicht kennen, löschen Sie sie direkt. Sollte in der Mail ein Name enthalten sein, der Ihnen bekannt ist, setzen Sie sich zunächst mit der Person in Verbindung und vergewissern Sie sich, ob sie Ihnen tatsächlich eine Grußkarte geschickt hat.
Szenario 2: Die Grußkarte kommt angeblich als Anhang. Der Empfänger soll die Datei, meistens eine .exe oder ein gepacktes Archiv, öffnen, um die E-Card zu sehen. Sobald die Datei ausgeführt wird, greift Malware den Rechner an und die Gefahr ist groß, dass die Angreifer beispielsweise die Kontrolle über den Computer erhalten, Daten ausspionieren, ihn in ein "Botnetz" einbinden und für kriminelle Machenschaften benutzen. Tipp: Lassen Sie alle Anhänge zunächst von Ihrem Virenprogramm untersuchen. Die meisten bieten eine direkte Möglichkeit dazu über das Menü, das sich mit einem rechten Mausklick auf die entsprechende E-Mail öffnet.
Szenario 3: Valentinstags-Shopping-Spam "St. Valentines Day Sale 72% Off" ist nur einer der aktuellen Lockrufe. Doch der Klick auf den Link führt den Benutzer zu dubiosen Webshops und mit großer Wahrscheinlichkeit auch zu einer Infektion des Rechners per Drive-by-Download, also das Herunterladen von Daten, ohne dass es der PC-Besitzer merkt. Tipp: E-Mails mit Lockangeboten sollten direkt in den virtuellen Papierkorb wandern.
Dr. Boris Wita von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein empfiehlt, Mails von unbekannten und dubiosen Absendern nicht zu öffnen: "Sie gehören sofort in den Papierkorb." Unseriöse Nachrichten erkennt man oft an den Endungen der Datei-Anhänge. Sie lauten meist exe, .com, .pif oder .scr.
Wenn ein PC-Nutzer trotzdem auf die Maschen hereinfällt, kann ein aktueller Virenscanner noch etwas retten. "Die Scanner wirken manchmal auch noch nachträglich", sagt Online-Experte Dr. Wita. Wer sich allerdings einen Virus eingefangen hat und gänzlich sichergehen will, dass keine Gefahr mehr von ihm ausgeht, sollte seine Festplatte komplett löschen und alle Programme neu installieren. "Lokale Internet-Anbieter können vorher bei der Sicherung der Daten helfen", so Wita.
Um sich allgemein vor Spam zu schützen, gibt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. weitere Tipps:
1. Ungewöhnliche E-Mail-Adresse wählen
Spam-Versender verschicken ihre Post nach dem Zufallsprinzip. Sie generieren automatisch Adressen und probieren diese aus. Ungewöhnliche Zeichenfolgen in der Mail-Adresse - etwa ein Unterstrich anstelle eines Bindestrichs oder eine Zahl - erschweren den Erfolg der Spammer.
2. Zweit-Adresse anlegen
Die private Adresse sollte nur in Ausnahmefällen herausgegeben werden. Für Chats oder Bestellungen ist es besser, sich eine zweite zuzulegen. Wer über diese E-Mail viel Spam bekommt, kann einfach zu einer neuen wechseln. Unter der ersten Adresse bleibt er für Freunde erreichbar.
3. E-Mail-Adresse im Web kodieren
Oft sammeln Spammer auch Adressen auf Webseiten. Wer seine E-Mail-Adresse im Web angibt, etwa auf der eigenen Homepage, kann das verhindern: Zum Beispiel, indem das @-Zeichen kodiert (vorname.name[at]provider.de) oder die E-Mail-Adresse als Bilddatei angezeigt wird. Achtung: Das Bild sollte keinen Link mit der Mail-Adresse enthalten - das hätte den gleichen Effekt, wie eine textbasierte Adresse mit @-Zeichen.
4. E-Mail-Adresse in Communitys verbergen
Online-Netzwerke sind beliebt. Nutzer sollten die eigene E-Mail-Adresse aber nicht allen zugänglich machen. Viele Communitys bieten individuelle Datenschutz-Einstellungen an. Dort kann festgelegt werden, dass nur die eigenen Freunde oder Geschäftspartner die Adresse sehen dürfen.
5. Spam-Filter nutzen
Mit Hilfe von Spam-Filtern gelangen weniger unerwünschte Mails in den Posteingang. Die Filter sortieren verdächtige Mails aus und legen sie meist in einem gesonderten Ordner ab. Spam-Filter sind als Software für den eigenen PC oder als Service der E-Mail-Provider verfügbar. Zudem gibt es Dienstleister, die eine externe Spam-Filterung anbieten.
6. Nicht auf Links in Spam-Mails klicken
Wenn dennoch Spam im Postfach landet: Auf keinen Fall sollten Links in Spam-Mails angeklickt werden. Dahinter können sich Schadprogramme verbergen. Im E-Mail-Programm sollte zudem auch der automatische Download von Bildern deaktiviert werden.
7. Nicht auf Spam-Mails antworten
Nicht auf Spam-Mails antworten! Auch vermeintliche Abmelde-Optionen - etwa für Newsletter - sollten nicht unüberlegt genutzt werden. Diese Rückmeldungen sind für Spammer eine Bestätigung, dass die gewählte E Mail-Adresse aktiv ist. Künftig gibt es dann nur noch mehr Post.
8. Blindkopien verschicken
Vorsichtig mit Kontakten von Freunden und Kollegen umgehen! Wer Mails an mehrere Personen verschickt, sollte alle Adressen im Feld "BCC" eingeben. Dann sehen die Empfänger keine fremden Adressen.

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