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Sauerlands Netzwelt : Gamergirls gegen die Glitzerwelt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sogenannte Mädchenspiele vermitteln Kindern überholte Rollenbilder. Die Seite Gamergirls will dem Kitsch Einhalt gebieten.

Im Internet existiert eine rosafarbene Parallelwelt. Eine Welt, in der verkitschte Glitzer-Gifs (animierte Fotos) noch zum guten Ton gehören, wo Barbies Proportionen nicht diskutiert werden. Eine Welt, zu der die Debatte um das sogenannte Gender Mainstreaming (die Gleichstellung der Geschlechter) noch nicht durchgedrungen ist. Es ist die Welt der „Mädchenspiele“.

Was die kleinen Online-Games, die sich hinter diesem Begriff verbergen, ihrer jungen Zielgruppe vermitteln, lässt nicht nur eingefleischten Feministinnen die Haare zu Berge stehen. Spiele wie „Elsas Solarium“ und „Cupcake Factory“ sprechen eine klare Sprache: Sei gut in der Küche und sieh sexy aus! Jeder Schritt wird vom Game vorgegeben. Die Spielherausforderung für die kleinen Konsumentinnen beschränkt sich meist auf die Wahl von Make-up und Bikinioberteil.

Die Berlinerin Dai-Lee Chan war einst Mit-Schöpferin dieser Welt. Als Designerin in einer Werbeagentur zeichnete sie Pferdchen und Haar-Accessoires für Computerspiel-Hüllen – bis ihr die heile rosa Welt irgendwann zum Halse heraushing.

Heute ist sie Inhaberin und Chefredakteurin des Portals Gamergirls. Unter dem Motto „Mehr als nur verspielt“ bieten die Gamergirls Mädchenklischees die Stirn und rezensieren, testen und zocken sich quer durch Computerspiele aller Genres – vom neuesten Strategiegame zum niedlichen Abenteuerspiel. Hauptsache nicht langweilig, Hauptsache mit Anspruch. Wer den Nachwuchs an die Welt der Spiele heranführen möchte, kann sich den Umweg über Barbies Traumwelt also sparen.

Gamergirls setzt sich ein für ein bisschen mehr Gleichheit auf dem Spielemarkt – und ja, auch Mädchen mögen manchmal Ballerspiele.

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erstellt am 24.Aug.2015 | 12:25 Uhr

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