zur Navigation springen

Start Up aus Kiel : „Flowy Apps“: Die neue Unabhängigkeit im Internet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kieler Gründer von „Flowy Apps“ wollen Usern ihre Selbstbestimmung zurückgeben – mit der Ende-zu-Ende verschlüsselten Cloud-Lösung „Reds-Box“.

von
erstellt am 22.Jan.2016 | 19:31 Uhr

Das Foto in der Cloud, die Suchbegriffe bei Google oder Bing – das alles teilen Nutzer unfreiwillg mit der Welt, mit Unternehmen und Geheimdiensten. „Das Internet ist ein Raum, in dem alle überwacht werden, und sich keiner mehr frei bewegt“, sagt Torben Haase. „Das hat jeder im Hinterkopf, und das hat Einfluss auf unser Verhalten“, erklärt der 35-Jährige, der sich dem Thema Datenschutz verschrieben hat. Diesen Zustand möchte Haase ändern.

Gemeinsam mit seiner Schwester Annika Schulz (29) entwickelt Haase Lösungen, Menschen ihre Anonymität im Netz zurückzugeben und ihre Daten sicher zu wissen. Im Jahr 2012 gründeten die beiden „Flowy Apps“. Das Ziel: Datenverschlüsselung für jeden möglich machen – ob mit oder ohne technische Kenntnisse. Dafür gehen die Kieler jetzt mit einem neuen Produkt an den Start: der „Reds-Box“.

Auf den lokalen Datenspeicher sollen Nutzer von unterwegs zugreifen können, ohne dass sie dabei von Dritten beobachtet werden. Die Technologie dafür entwickelten die Kieler bereits in den ersten Jahren nach der Gründung – und wurden für die Verschlüsselungssoftware „Reds“ sogar ausgezeichnet. Mit ihrer Software belegten sie den ersten Preis beim Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein, erhielten ein Gründerstipendium von Exist – dem Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums – und Förderung durch den Seed- und Start-Up-Fonds Schleswig-Holstein. Dass nun die passende Hardware folgt, sei nur ein logischer Schritt gewesen.

Das Prinzip der Box ist „sehr, sehr simpel“, sagt Annika Schulz: Die Box mit Strom und Router verbinden, online anmelden, App installieren. Das war’s. Per App oder auch im Browser können Nutzer auch von unterwegs mit der Box zu Hause kommunizieren, Daten speichern oder mit Freunden teilen – alles Ende-zu-Ende verschlüsselt.

Der Kern der Sache: Nutzer sollen sich damit komplett unabhängig machen können. Wichtig sei den beiden, die digitale Kommunikation auch für Nutzer mit wenig technischem Know How sicherer zu machen: „Deswegen liefern wir ein Set an Standardanwendungen mit“, erklärt Haase, so könne jeder gleich loslegen und die Kontrolle über die eigenen Daten zurückbekommen. Die Anwendungen von „Flowy Apps“ basieren auf dem Open-Source-Prinzip. Wer möchte, kann die Anwendungen also auf seine individuellen Bedürfnisse hin ändern.

Um die „Reds-Box“ zu realisieren, bauen die Geschwister jetzt auf die Stärke der Internetgemeinde: Eine Crowdfunding-Kampagne sei nicht nur ein guter Weg zur weiteren Finanzierung, sondern auch zu einem guten Produkt, sagt Schulz: „Die Leute hinterfragen hier kritisch, wir bekommen Feedback.“

> Die Kampagne endet am 18. Februar 2016, ab Mai sollen die Reds-Boxen bei erfolgreicher Finanzierung verschickt werden.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen