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Tinder, Lovoo & Co. : Flirt-Apps: Liebe per Smartphone

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Immer mehr Menschen suchen ihre Partner im Netz. Neuerdings machen Apps Amor zusätzlich Beine. Doch findet man mit dem Gewische auf dem Smartphone wirklich die große Liebe?

Die einen suchen die ganz große Liebe, die anderen nur ein schnelles Abenteuer – immer mehr Menschen halten im Internet nach Partnern Ausschau. Neue Flirt-Apps machen das digitale Liebeswerben auch „to go“ möglich. Dennoch halten sich einige Vorurteile: Etwa dass Menschen online ihren Partner suchen, weil sie im echten Leben beim Dating leer ausgehen. Und überhaupt: Wo bleibt beim Flirten auf dem Smartphone die Romantik?

Eric Hegmann sieht das anders: „Es wäre schrecklich, wenn die Liebe nicht einen Weg ins Digitale gefunden hätte und wir auf sie verzichten würden.“ Hegmann berät Singles auf der Dating-Webseite Parship und ist von Berufs wegen ein Verfechter von Online-Dating. Doch Umfragen bestätigen seinen Eindruck. Jeder sechste deutsche Internetnutzer (rund neun Millionen) hat schon in Online-Singlebörsen oder per Dating-App nach Partnern gesucht, ergab eine repräsentative Umfrage des IT-Verbands Bitkom.

Auf der Suche nach der großen Liebe greifen Nutzer zum Flirten immer häufiger zum Smartphone. Möglich machen das Apps wie Tinder. Tinder zeigt Fotos anderer Mitglieder an. Die Nutzer entscheiden mit einem Fingerwisch auf dem Bildschirm, auf wen sie neugierig sind – ein Wisch nach rechts für Gefallen, nach links für Ablehnen. Zwar gaben in der Bitkom-Umfrage nur zwei Prozent der Internetnutzer an, Dating-Apps wie Tinder oder Lovoo zu nutzen. Doch der IT-Verband rechnet mit einem Wachstum. Nach eigenen Angaben von Ende Januar hat Tinder zwei Millionen Nutzer in Deutschland.

„Online-Dating ist hochgradig effizient“, sagt Soziologe Andreas Schmitz. „Das heißt, Sie können sehr schnell sehr viele Partner treffen.“ Schmitz forscht an der Universität Bonn zum Thema Partnermärkte im Internet. Die Portale können eine Starthilfe sein, aber auch eine Bremse, sagt er. Denn die Werbestrategie der Webseiten „Jeder Topf findet einen Deckel“ gehe nicht immer auf. „Die Mechanismen sind brutal. Einige Menschen bekommen mit, dass sie chancenlos und am Partnermarkt wertlos sind.“ Für Schmitz ist das Online-Dating in der Gesellschaft angekommen. „Das ist kein Markt für Übriggebliebene und Verlierer“, sagt er. Auch Parship-Berater Hegmann meint: „Eine Generation, die mit Facebook und WhatsApp groß wird, zieht die Grenzen zwischen online und offline sowieso ganz anders.“

Denn die Flirts im Netz seien nicht zwangsläufig oberflächlich, sagt Schmitz. Noch vor dem ersten Treffen loteten Paare ihre Vorstellungen zu Beziehung oder Humor aus. „Beim Online-Dating kommt es viel mehr oft auch auf die inneren Werte an.“

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