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Fietzes Netzwelt : Filter mit Sofafunktion

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Programme können helfen, Kinder im Netz zu schützen. Die elterliche Aufmerksamkeit ersetzen sie aber nicht.

„Die Perversen klick ich sofort weg“, erzählt das Mädchen in der vierten Klasse. Da bleibt einem der Mund offen stehen – natürlich chatten und whatsappen Grundschüler schon, und natürlich kommt es dabei zu unerwünschten Begegnungen, zu Anmachen bis hin zu strafbaren Belästigungen. Es birgt schon eine gewisse Medienkompetenz, unangemessene Inhalte oder Kontaktaufnahmen über Laptop oder Smartphone „wegzuklicken“. Solche Beurteilungsfähigkeit sollte kein Kind brauchen – schon gar keine alltägliche Nutzung dieses vielleicht selbst definierten Wissens.

Finger weg ist meist keine Alternative. Viele Familien oder Sportmannschaften kommen ohne Whatsapp und Co. nicht mehr aus. Ist die Handynummer bei einem Messenger angemeldet, können Außenstehende Kontakt aufnehmen; das geschieht aber selten.

Früher wäre in einem solchen Fall Superman aus der Telefonzelle zur Rettung geeilt, heute – liegt’s an den fehlenden Telefonzellen? – sollen es technische Filter richten. Mittlerweile gibt es ein paar ganz taugliche Angebote. „Jugendschutzprogramm“ (www.jusprog.de) heißt eins, es kann nach einer Filterliste auf dem PC oder dem Handy Inhalte blockieren. Kinderserver-info.de oder die Kinderschutzsoftware der Telekom sind Alternativen, auch kostenlose Apps mit malerischen Namen wie „Surfgarten“ oder „Meine Startseite“ leisten Hilfe.

Testen Sie’s doch mal – veranstalten Sie mit anderen Eltern ein „Filtercafé“ und tauschen Sie sich dort aus. Nur eins sollten wir nicht vergessen: Die gemütliche „Sofafunktion“ lauert – jener Effekt, der uns Erziehende gemütlich auf dem Sofa sitzen lässt („wir haben ja jetzt einen Internetfilter laufen“), während die lieben Kleinen das tun, was dran ist im Kinder- und Jugendalter: Grenzen spielerisch austesten und überwinden – auch die von Filter und Schutzapps auf dem Smartphone, logisch.

> Der Autor Henning Fietze ist Medienpädagoge beim Offenen Kanal Schleswig-Holstein in Kiel.

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erstellt am 25.Apr.2015 | 04:15 Uhr

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