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Nach Vorfall in Hamburg : Ferngesteuertes Risiko – Drohnen werden immer öfter zur Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Drohnen sind erschwinglich geworden. Jedoch weiß längst nicht jeder Nutzer, wo er die Fluggeräte steigen lassen darf. Dadurch kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen.

Es ist ein gefährlicher Trend: Immer öfter werden Drohnen im Umfeld des Hamburger Flughafens gesichtet. Zuletzt in der vergangenen Woche. Ein Pilot, der gerade ein Passagierflugzeug aus Helsinki landete, bemerkte das Flugobjekt in nur 30 Metern Entfernung. Zu einem Zusammenstoß kam es glücklicherweise nicht. Doch Behörden warnen: Drohnen werden zunehmend zur Gefahr.

„Seit ungefähr zwei Jahren mehren sich solche Vorfälle“, sagt Stefanie Harder, Sprecherin des Hamburger Flughafens. Es sei sehr gefährlich, die ferngesteuerten Geräte in der Nähe der Landebahn fliegen zu lassen. „Die Drohnen könnten außer Kontrolle geraten, in die Turbinen fliegen und die Flugzeuge beschädigen.“ Verboten ist es sowieso. Im Umkreis von 1500 Metern um einen Flughafen sind Drohnen tabu. Das gilt für alle 16 internationalen Flughäfen in Deutschland. „Aber viele Drohnennutzer kennen sich mit den Regeln nicht aus“, sagt Kristina Kelek, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung in Langen. „Die Zahl von Drohnenflügen über Unglücksorten nimmt zu“, berichtet Harry Denz von der Hamburger Verkehrsbehörde. Gerade bei Bränden und Unfällen behindern die Fluggeräte die Hilfskräfte vor Ort bei den Rettungsmaßnahmen – etwa bei Start- und Landemanövern von Rettungshelikoptern.

Doch weshalb steuern Piloten ihre Drohnen so nah an Flugzeuge oder Unglücksorte heran? „Die Hobby-Flieger wollen einfach nur besonders gute Fotos machen“, vermutet Harder. Dem stimmt auch Denz zu: „Gerade bei Unglücken versuchen die Piloten, spektakuläre Aufnahmen zu machen, um sie im Internet zu verbreiten.“

Die Trennung zwischen gewerblicher und privater Drohnennutzung soll in Zukunft aufgehoben werden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit arbeitet an einer neuen Verordnung. Denn laut Harry Denz ist es derzeit sehr schwierig, die vielen Drohnenflüge zu kontrollieren.

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