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Nagars Netzwelt : Fake oder Fakt: Wer glaubt wem?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fake-News, Filterblasen, gefälschte Bilder – Manipulationen werden zu oft als Online-Problem dargestellt.

von
erstellt am 20.Jul.2017 | 17:04 Uhr

Das Medienmagazin Zapp hat sich einmal mehr dem Thema Filterblase genähert. In einem „Filterzapper“ kann man online zeitgleich die Facebook-Posts von klassischen Medien wie ZDF oder Focus und alternativen Medien wie Epoch Times und Russia Today im Vergleich sehen. Die These dahinter: Wer sich nur über die alternativen Medien informiert, erhält ein völlig anderes Bild von aktuellen Nachrichten als über die bisher etablierten Medien. Mit dem Filterzapper kann man sofort erkennen, wo die Schwerpunkte und Herangehensweisen der Medien unterschiedlich sind. Das überrascht vielleicht nicht besonders, zumal sich sicher jeder schon einmal über Berichterstattung aufgeregt hat, wenn der Tenor nicht den voreingestellten Ideen entspricht. Bleibt die Frage: Und nun?

Die alternativen Medien erzürnten sich laut Filterzapper am Donnerstag über Unisex-Toiletten in Berlin. Beide Medienwelten beschäftigen sich nach G20 kritisch mit Linksextremismus. Die klassischen Medien konzentrieren sich auf Reisehinweise für die Türkei. Und Epoch Times verkündet, dass Schusswaffen bei Kunden der Internetseite migrantenschreck.ru gefunden worden seien.

Was man aus dieser Übersicht macht, hängt allerdings eher davon ab, wer vor dem Bildschirm sitzt. Ob man nun die Augen verdreht, weil man Unisex-Toiletten für einen Skandal hält oder weil man nicht fassen kann, warum alternative Medien darüber so intensiv berichten – oft mit dem Tenor, dass eine Welt, die sich mit solch einem Thema beschäftige, völlig degeneriert sei.

Und so betrachten alternative Medien auch das Thema Filterblase anders als das NDR-Magazin Zapp. In den wenigen Artikeln auf Epoch Times zu dem Thema zieht ein herangezogener Experte die Schlussfolgerung, dass „Widersprüche als Impulsgeber oftmals erst zu zukunftsweisenden innovativen Lösungen führten.“ Darin solle man Trump als Vorbild nehmen. Und Russia Today beklagt den angeblichen Fake News-Konsum in US-Großstädten – unter dem Titel „Gefangen in der Mainstream-Blase“.

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