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Entwicklerkonferenz F8 : Facebook wird zum Rundum-Sorglos-Paket: Was sich ändern soll

vom
Aus der Onlineredaktion

Schuhe kaufen, Service-Hotline, 360-Grad-Videos, News: Facebook hat in den nächsten zehn Jahren viel vor.

Facebooks Plan, zur Plattform für die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden zu werden, wird zur Realität. Das Vorhaben Facebooks, mit dem Angebot „Free Basics“ Nutzern in Indien eine Rundum-Sorglos-Plattform zu bieten, wurde von der indischen Aufsichtsbehörde für Telekommunikation (TRAI) gekippt. Facebook führt nun Innovationen ein, die seine weltweit 1,6 Milliarden Nutzer noch länger auf der Plattform des Online-Netzwerks halten sollen. Am besten sollen sie die Dienste gar nicht mehr verlassen müssen.

Diese Punkte will Facebook umsetzen:

Chatbots

Messenger-Chef David Marcus spielte auf der Entwicklerkonferenz in San Francisco im Detail durch, wie man im Messenger zum Beispiel Schuhe kauft. Der Chatbot – so wird Software genannt, mit der sich Nutzer unterhalten können – eines Online-Händlers fragte zunächst nach der Art des Schuhs, dann nach der Preisspanne und anschließend wurde eine Galerie von Modellen zur Auswahl angezeigt. Auch bezahlt wird, ohne den Messenger zu verlassen. „Sie werden mehr Geld ausgeben als Ihnen lieb ist“, scherzte Marcus. Wie erwartet startet das Online-Netzwerk dafür eine Plattform, über die Unternehmen eigene Chatbots für den Kurzmitteilungsdienst aufsetzen können.

Chatbots haben aber durchaus Schwächen, wie Software-Riese Microsoft es jüngst hat erleben müssen. Der durch künstliche Intelligenz gesteuerte Chatbot Tay, mit dem Microsoft auf Twitter mehr über Gespräche zwischen Mensch und Maschine herausfinden wollte, verwandelte sich nach wenigen Stunden in einen „Hassbot“, der antifeministische, rassistische und hetzerische Tweets von sich gab – weil Twitter-Nutzer das Projekt manipuliert hatten. Besser funktioniert da Microsofts chinesische Variante Xiaoice, die bereits zehn Milliarden Gespräche hinter sich gebracht haben und inzwischen ein von chinesischen Jugendlichen gern genutzter Gesprächspartner sein soll – und somit ein wichtiger alltäglicher Anlaufpunkt der Nutzer, den auch Facebook gern besetzen möchte.

Videos und Virtuelle Realität

Eine weitere Ankündigung zum Auftakt von Facebooks Entwicklerkonferenz F8 war das Konzept einer 360-Grad-Kamera, die mit 17 Objektiven zwei Stunden Video in hoher Qualität aufzeichnen kann. Facebook wolle nicht selbst Kamerahersteller werden, sondern werde die Hardware-Pläne für das rund 30.000 Dollar teure Gerät und die nötige Software kostenlos veröffentlichen, sagte Produktchef Chris Cox.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg setzt groß auf 360-Grad-Videos und virtuelle Realität. Er ist überzeugt, dass in einigen Jahren auf diese Weise auch private Videos gedreht und über Facebook geteilt werden. Er kaufte für zwei Milliarden Dollar die Firma Oculus, einen Pionier bei Brillen, mit denen man in virtuelle Welten eintauchen kann.

Archivfunktion

Künftig gibt es direkt bei Facebook eine Speicherfunktion für Inhalte, die man sich später noch einmal ansehen will – ähnlich wie sie Dienste wie Pocket, Evernote oder Instapaper anbieten.

Instant Articles

Der Service „Instant Article“, bei dem Medieninhalte direkt auf der Facebook-Plattform gespeichert werden, um die Ladezeiten zu verkürzen, ist für alle geöffnet worden. Damit können nicht nur Medienunternehmen, sondern auch Privatleute dort veröffentlichen. Der Schritt war bereits im März angekündigt worden. Facebook konkurriert in dem Feld mit anderen Publishing-Plattformen wie „Medium“ des Twitter-Mitgründers Evan Williams.

 
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erstellt am 13.Apr.2016 | 16:33 Uhr

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