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Livestreams : Facebook stockt nach Gewaltvideos Zahl der Kontrolleure stark auf

vom
Aus der Onlineredaktion

Vergewaltigung, Mord - schreckliche Inhalte live auf Facebook. Der Konzern weiß, dass er ein Problem hat.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 17:16 Uhr

Menlo Park | Facebook will nach dem Schock über Gewaltvideos bei dem Online-Netzwerk 3000 weitere Mitarbeiter zum Herausfiltern von Inhalten einstellen. Sie sollen im Laufe eines Jahres weltweit dazukommen, schrieb Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch.

 

Es ist eine drastische Ausweitung des Teams: Facebook enthüllte bei der Ankündigung auch, dass die „Millionen Hinweise pro Woche“ bisher von 4500 Mitarbeitern geprüft würden.

Bei Facebook kann jeder Nutzer live Ereignisse als Video streamen. Facebook verlässt sich bei verbotenen Inhalten in den meisten Fällen auf Hinweise von Nutzern, die dann von Mitarbeitern geprüft werden. Lediglich bei Kinderpornografie wird Software eingesetzt, die sie automatisch herausfiltert.

Das Online-Netzwerk mit rund 1,9 Milliarden Nutzern war in den vergangenen Wochen massiv in die Kritik geraten, nachdem mehrfach Videos mit Gewalttaten stundenlang auf der Plattform blieben. Erst filmte ein Amerikaner, wie er einen Passanten erschoss. Dann übertrug ein Mann in Thailand live bei Facebook, wie er seine Tochter tötete, und brachte sich dann selbst um.

Dies sind nicht die ersten Gewalttaten, die bei Facebook hochgeladen wurden. So wurde in Schweden im Januar eine Frau von drei Männern vergewaltigt. Die Täter streamten das Verbrechen live in dem sozialen Netzwerk. In den USA gab es einen ähnlichen Fall.

„Wenn wir eine sichere Gemeinschaft aufbauen wollen, müssen wir schnell reagieren“, schrieb Zuckerberg. Die zusätzlichen Prüfer sollen auch Hinweisen auf andere Probleme wie Hassrede nachgehen.

In den vergangenen Monaten hatte Facebook bereits zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, auf Nutzer hinzuweisen, die bei Livestreams Anzeichen für Selbstmordgedanken zeigen. Vergangene Woche sei nach einem solchen Hinweis die Polizei alarmiert worden und habe einen Nutzer gestoppt, bevor er sich etwas antun konnte, hob Zuckerberg als positives Beispiel hervor. „In anderen Fällen hatten wir weniger Glück“, räumte er ein.

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