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Richters Netzwelt : Facebook-Roman vereint Welten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Print und Online können miteinander funktionieren – das zeigt die Idee des Medienwissenschaftlers Teglasy.

Print versus Online, aktiver Autor und passive Konsumenten: Dieser Kampf tobt seit Jahren in der weltweiten Medienlandschaft. Dass es aber auch anders geht und die beiden Medien Hand in Hand arbeiten können, beweist der erste Facebook-Roman der Welt.

Zwirbler ist darin auf der Suche. Auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester – und auf der Suche nach sich selbst. Seine Reise führt ihn durch die freundlichen und nicht so freundlichen Orte einer Großstadt. Zwischen Krankenhäusern, Stripclubs und Katakomben erlebt Zwirbler das ein oder andere Abenteuer.
Na gut, mögen jetzt einige denken, wenn man eine Abenteuergeschichte lesen will, dann kauft man sich Stevensons „Schatzinsel“. Das ist ein super Buch, keine Frage, hat aber gegenüber Zwirbler einen Nachteil: Die Piraten-Geschichte ist fertig. Man muss sie so nehmen, wie sie ist. Bei Zwirbler ist das anders.

Auf Facebook kann jeder durch Statusmeldungen bis maximal 420 Zeichen, durch „Gefällt mir“ klicken und durch Kommentare Zwirblers Geschichte mitschreiben. Vor vier Jahren erst erblickte er das Licht der Welt. Zu seinem „Vater“, Gergely Teglasy, haben sich mittlerweile über 16.000 Stiefväter gesellt, die die Schritte des Protagonisten im sozialen Netzwerk verfolgen und mitgestalten.

Jedes große Heldenepos hat ein Ende: Nachdem Zwirbler nun vier Jahre ausschließlich im Internet lebte, soll er demnächst die traditionelle Medienwelt kennenlernen. Zwirblers Story soll auf Papier gedruckt werden. Dafür ist ein Crowdfunding Projekt angelaufen. 15.000 Euro werden gebraucht, knapp 5000 sind schon zusammengekommen. Bis das Geld gesammelt ist, bleibt der Protagonist der virtuellen Welt wohl noch erhalten. Das Finale der Geschichte wird nur in gedruckter Form zu lesen sein. Wenn es soweit ist, wird Zwirbler die reale Welt in all ihren Facetten kennenlernen: Seine Story wird nämlich nicht nur als Buch und als Hörbuch erscheinen, sondern auch auf drei Rollen Klopapier.

> Wer Zwirblers Erlebnisse mitgestalten möchte, kann seine Geschichte auf https://www.facebook.com/Zwirbler.Roman weiterschreiben.

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erstellt am 10.Okt.2014 | 10:17 Uhr

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