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Mobile World Congress : Facebook-Likes für Zahnpflege

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neben den großen Trends gibt es auch viele kuriose Neuheiten auf der Fachmesse in Barcelona.

Barcelona | Beim Mobile World Congress in Barcelona stehen die Geräte der großen Hersteller im Rampenlicht – der große Trend sind Computeruhren. Doch daneben gibt es auch jede Menge zum Teil skurriler Gadgets zu sehen. Smartphones sind längst nicht mehr die einzigen Geräte mit Internet-Zugang: Auch Zahnbürsten, Armbänder und Lampen funken ins Netz. Während einige verspielt und manche nützlich sind, könnten andere düstere Vorstellungen von  Allzeit-Überwachung auslösen.

Die Kamera von Acumulus9  zum Beispiel. Die Mini-Knipse wird wie ein Anhänger an einer Kette getragen und nimmt Fotos und Videos der Umgebung auf. Im Livelogging-Modus wird automatisch alle paar Minuten ein Bild geknipst. „Zu Anfang werden wir uns an Eltern richten“, die Fotos ihrer Kinder machen wollen, sagte Acumulus9-Chef Harold  Liang.  Die Daten der QindredCam werden auf die Rechner des Herstellers hochgeladen. Eine Verschlüsselung sei geplant, in den Testgeräten aber nicht vorhanden. In Deutschland würde eine Kamera, die automatisch Fotos, Videos und Tonaufnahmen der umstehenden Menschen macht, vermutlich an rechtliche Grenzen stoßen.

Besorgte Eltern könnten aber auf ein Überwachungs-Armband zurückgreifen. „Amigo“, Freund, heißt es. Dieser Freund soll immer dabei sein, so stellt es sich Itai Spier vom Hersteller B-On Limited vor. Zielgruppe sind Eltern, die ihre Kinder mit den mit GPS ausgerüsteten Armbanduhren ausstatten sollen. Will ein Kind mit dem Armband einen vorher festgelegten Bereich verlassen, wissen die Eltern sofort Bescheid. „Wir bekommen eine Mitteilung, dass er die sichere Zone verlassen hat“, sagt Spier. Weil das Armband auch Schritt-Sensoren eingebaut hat, können Eltern sogar sehen, ob ihr Kind über den Fußballplatz rennt oder in der Sonne sitzt. Für Spier ist das keine Überwachung, im Gegenteil: „Wir erlauben den Eltern und Kindern mehr Freiheit.“

Überwachen lässt sich auch die Mundhygiene: Wo früher Plastikbiber ins Spiel kamen, um zum Zähneputzen zu motivieren, geht es heute nicht mehr ohne Soziale Medien. Sensor-gesteuerte Zahnbürsten gibt es bereits einige, Oral-B will seine Zahnbürste mit App nun noch stärker auf das Gebiss des Einzelnen einstimmen. Mit Bluetooth-Kontakt zum Smartphone können Nutzer sich beim Zähneputzen beaufsichtigen lassen. Am Ende gibt es Punkte in Form von Smileys, die man auf Facebook posten kann.

Oder wie wäre es mit WLAN aus der Lampe? Ein Leuchtmittel von Sengled verbreitet nicht nur Licht, sondern auch Internet. Die Lampe fungiert als WLAN-Repeater, der das Signal des Routers in den Raum weitergibt.

Am oberen Ende der Altersgruppen setzt die Firma Emporia an. Sie stellt ein Smartphone für Menschen her, die sich mit Smartphones schwer tun: Senioren über 65. „Bei den über 65-Jährigen haben 73 Prozent kein Smartphone, das ist ein großer Markt“, sagt Firmensprecherin Karin Schaumberger. Das Gerät hat eine extra große Tastatur und läuft mit einer vereinfachten Version des Betriebssystems Android.

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