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Netzwerkdurchsetzungsgesetz : Facebook kritisiert Heiko Maas' Gesetz gegen Hass im Netz

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Kommt das Gesetz, wird es teuer für soziale Netzwerke. Facebook sieht im Kampf gegen Hate Speech andere in der Pflicht.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2017 | 10:17 Uhr

Berlin | Das soziale Netzwerk Facebook wehrt sich nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ gegen den Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas (SPD) gegen Hass und Hetze im Netz. Das Gesetz sei ungeeignet, um diese Phänomene zu bekämpfen, schreibt das Unternehmen demnach in einer Stellungnahme zu dem Entwurf. Er sieht vor, dass offenkundig strafbare Inhalte innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden sollen. In komplizierteren Fällen bekommen die sozialen Netzwerke sieben Tage Zeit. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50 Millionen Euro.

Fake News verbreiten sich ebenso wie Hass und Hetze rasend schnell in sozialen Netzwerken. Betroffen davon ist jeder Nutzer, denn gelöscht werden solche Inhalte nicht konsequent. Dafür steht insbesondere Facebook seit langem in der Kritik.

Facebook sieht dem Bericht zufolge nicht sich selbst, sondern den Staat in der Pflicht: „Der Rechtsstaat darf die eigenen Versäumnisse und die Verantwortung nicht auf private Unternehmen abwälzen. Die Verhinderung und Bekämpfung von Hate Speech und Falschmeldungen ist eine öffentliche Aufgabe, der sich der Staat nicht entziehen darf“, schreibt das Unternehmen laut „Wirtschaftswoche“. Es kritisiert demnach auch die Höhe der Bußgelder. Diese „steht außer Verhältnis zu dem sanktionierten Verhalten“. Der Branchenverband Bitkom hatte errechnet, dass durch die Strafen jährlich Kosten von rund 530 Millionen Euro auf die Netzwerke zukämen.

Gegen den Gesetzentwurf gibt es erheblichen Widerstand, unter anderem von Journalisten- und Wirtschaftsverbänden. Maas will ihn noch vor der Sommerpause durch den Bundestag bringen. Wenn ihm das nicht gelingt, wäre der Gesetzentwurf mit Ablauf der Wahlperiode nichtig.

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