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10 Jahre Kina beim sh:z : Facebook, Instagram und Co.: Warum ich ohne soziale Netzwerke lebe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viele denken, die Jugend könne nicht mehr auf soziale Netzwerke verzichten. Niklas Behrsing sagt: Das stimmt nicht.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2017 | 14:56 Uhr

Die Kindernachrichten feiern beim sh:z zehnten Geburtstag. Wir feiern das Jubiläum auf eine ganz besondere Art und Weise: 28 junge Kinderreporter übernehmen am Donnerstag die Redaktion, drehen Filme, schreiben Artikel und gestalten die Freitagsausgabe der Tageszeitungen sowie einen Liveblog. Niklas Behrsing (15 Jahre alt) hat die Kolumne im Netzwelt-Ressort geschrieben:

Es ist Zeit für ein Geständnis: Ich nutze keine sozialen Medien. In meiner Altersgruppe wird zwar praktisch vorausgesetzt, dass Facebook und Co. genutzt werden, bisher habe ich mich allerdings erfolgreich dagegen gewehrt. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis bin ich damit fast ein Einzelfall. Oft werde ich gefragt, warum ich keinen Instagram-, Snapchat-, Facebook- oder Twitter-Account habe. Auf diese Frage gibt es eine einfache Antwort: Ich möchte mein Privatleben nicht der ganzen Welt preisgeben. Es hat niemanden auf der anderen Seite der Welt zu interessieren, warum ich zum Mittag einen Roggen-Bagel mit Sojasprossen gegessen habe und wie es mir geschmeckt hat. 

Unser Kina-Netzwelt-Reporter Niklas Behrsing.

Unser Kina-Netzwelt-Reporter Niklas Behrsing.

Foto: Michael Dewanger
 

Deshalb würde ich auch eine Frage anders beantworten als viele meiner Altersgenossen: Wohin geht der erste Griff am Morgen? Viele aus meiner Generation würden sagen: zum Handy. Auch das ist bei mir als Social-Media-Abstinenzler anders, wie vieles in meinem Alltag. Ich brauche keine Bilder auf Instagram zu liken, keine neuen Einträge auf Facebook zu schreiben oder Tweets abzusetzen. Dadurch habe ich mehr Zeit, mich mit realen Freunden zu unterhalten.


Oft werde ich auch gefragt, ob ich nicht viel verpasse, so ganz ohne Social Networks. Die Antwort lautet: nein. Wenn ich mit jemandem kommunizieren will, benutze ich WhatsApp oder telefoniere. Und wenn ein Bild oder ein Video „viral“ geht, also sehr beliebt ist, bekommt man das auch auf anderen Wegen mit, wie zum Beispiel über verschiedene Nachrichtenseiten.

Oft sehe ich Paare, die beispielsweise im Café oder im Zug teilnahmslos nebeneinander sitzen, weil sie beide ihre Social-Media-Accounts pflegen, dabei aber ihren Partner komplett ignorieren.

Viele Jugendliche haben heutzutage bereits vergessen, dass es auch ohne die sogenannten sozialen Medien geht. Für sie ist es Zeit, sich in Erinnerung zu rufen, dass diese Formen der Kommunikation vielleicht gar nicht so „sozial“ sind.

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