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Dreyklufts Netzwelt : Facebook: Asozial und heuchlerisch

vom
Aus der Onlineredaktion

Manchmal hilft nur ein juristischer Umweg, damit Facebook abartige Hassbotschaften löscht, schreibt unser Kolumnist.

Facebook bekommt viel Dresche in diesen Tagen. 99,9 Prozent davon sind berechtigt. Das Netzwerk versteckt sich hinter eigenen „Gemeinschaftsstandards“, selbst wenn eindeutig Gesetze gebrochen werden. Ich rede von Hetze und Hass, von Aufrufen zur Gewalt, von der Verhöhnung von Toten, von Volksverhetzung. Die Berliner B. Z. hatte die Schnauze voll und titelte  „DAS ASOZIALE NETZWERK“.

Der Duden übersetzt das Adjektiv mit „ungebildet und ungehobelt“ oder „sich nicht in die Gemeinschaft einfügend“. Stimmt. Facebook will uns auf dumme Art sein Wertesystem überstülpen, in dem nackte Brüste gelöscht werden, Hetze aber nicht.

Facebook ist aber auch auf eine seltsame Art heuchlerisch. So benutzten Hetzer ein Foto mit Flüchtlingen aus dem Holsteinischen Courier für eine abartige Collage. Das ist auch ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Auf meine Meldung wegen Hass gab es die Antwort, die jeder kennt, der einmal etwas gemeldet hat: „... festgestellt, dass es nicht gegen Gemeinschaftsstandards verstößt“. 

Da sich Hass juristisch weniger gut fassen lässt als Urheberrecht, bat ich einen Anwalt, deswegen gegen Facebook vorzugehen. Folge: „Wir haben das von dir wegen Hassbotschaften bzw. -symbolen gemeldete Foto geprüft. Da es gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt, haben wir es entfernt.“ Geht doch.

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erstellt am 08.Sep.2015 | 16:34 Uhr

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