zur Navigation springen

Christiansens Netzwelt : Facebook-Algorithmus eröffnet neue Horizonte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Facebook sammelt Daten über seine Nutzer – aber wie treffsicher arbeiten die Algorithmen des Netzwerks?

Ich interessiere mich für Föhr, elektrische Ladung, den japanischen Rockmusiker „Die“ und für den Freitag. Das wird mir zumindest unterstellt – von Facebook. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie der US-Konzern darauf kommt. Denn außer meiner positiven Haltung gegenüber dem letzten Tag vor dem Wochenende trifft nichts davon zu. Ich war nie auf Föhr, aber es ist sicher schön da. Mit der japanischen Musikszene habe ich mich nie auseinandergesetzt. Und an Physik wäre sogar beinahe mein Abitur gescheitert.

Aber woher kennt Facebook meine Interessen – oder glaubt das zu tun? „Du hast diese Einstellung, weil du eine Werbeanzeige im Zusammenhang mit Freitag angeklickt hast“, verrät mir bei einem Blick in die Einstellungen meines Accounts (Privatsphäre – weitere Einstellungen – Werbeanzeigen). Ich erinnere mich auch nicht, jemals eine Freitags-Werbung gesehen, geschweige denn angeklickt zu haben. Meiner Meinung nach hat gerade dieser Tag Werbung auch gar nicht nötig. Gehe ich aber davon aus, dass das soziale Netzwerk aufmerksamer meinen digitalen Alltag verfolgt als ich selbst, könnte man sagen: Ich lerne mich gerade völlig neu kennen – den Facebook-Algorithmen sei Dank.

Von diesen Formeln, nach denen Nutzerverhalten analysiert wird, wendet der Online-Riese wohl Hunderte an. In dieser Woche kündigte Facebook an, den Newsfeed verbessern zu wollen – jedem Nutzer also mehr für ihn relevante Inhalte zu zeigen. Dabei kann man in einigen Ländern dem Netzwerk zuarbeiten: Neben dem „Gefällt mir“-Knopf lassen sich mit der Funktion „Reactions“ mit passenden Smileys Gefühle zum Ausdruck bringen.

Bis „Reactions“ auch in Deutschland startet, könnte ich ja tun, was Facebook von mir erwartet und mich an einem Freitag mit Physikbuch unterm Arm und „Die“-CD in der Tasche auf den Weg in ein entspanntes Wochenende nach Föhr machen – es eröffnen sich neue Horizonte, dank Facebook.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Feb.2016 | 18:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen