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Netzwelt

12. Dezember 2017 | 08:17 Uhr

EU und Haferflocken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie ein Magazin den staubigen Geschmack aus der EU-Politik nehmen will.

von
erstellt am 23.Apr.2015 | 14:20 Uhr

EU-Politik hat einen leicht staubigen Ruf. Zu sehr ist vielen noch das Bild vom gurkenkrümmungsverordnenden Wanderzirkus im Kopf. Intransparent, aufgebläht, bürokratisch. Die Realität ist: Die Entscheidungen der EU finden wir alle im Alltag wieder. Und doch schlurfen bei Europa-Wahlen nur die Hartgesottenen an die Urne. Selbst die halten die EU für unsexy.
Die Webseite politico.eu will das ändern. Die gemeinsame Tochter des amerikanischen „Politico“ und des Springer-Konzerns will analog zum US-Vorbild Berichte, Porträts und Kommentare zur Politik made in Brüssel veröffentlichen und das – jetzt kommt der Haken – auf unterhaltsame Weise. „Zu viel von der traditionellen EU-Berichterstattung sieht aus und schmeckt wie Haferflocken“, sagt Chefredakteur Matt Kaminski. Abgesehen davon, dass Haferflocken fantastisch schmecken, lohnt sich ein Blick auf die englischsprachige Seite auch für politisch interessierte Normalbürger. Auch wenn die Presseresonanz bisher negativ ausfällt. Spiegel Online hatte sich ein Magazin erwünscht, das in etwa so spannend ist wie die Kultserie „House of Cards“. Und die FAZ spricht dem Projekt ab, „richtig knallig“ zu sein. Zugegeben, Glanz und Glamour sucht man vergebens – doch warum reicht das Argument nicht, dass die Ergebnisse schlicht und ergreifend relevant sind?

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