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Neue Vorschriften : EU macht Handy-Telefonate auf Schiffen leichter

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Handy-Telefonate auf Schiffen sollen leichter werden - und günstiger. Das hat die EU-Kommission beschlossen. Jetzt müssen die Staaten umrüsten.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2010 | 08:13 Uhr

Es passierte ihr auf einer Schiffsreise von Kiel nach Oslo: Melanie Bock aus Flensburg sieht auf ihrem Mobiltelefon, dass es sich ins norwegische Handynetz eingewählt hat. Darin soll sie - so erklärt ihr eine SMS - das gleiche bezahlen wie beim Telefonieren in Deutschland plus einmalig 75 Cent. "Prima", denkt sie und telefoniert an Bord der Fähre mit ihrer Familie in Deutschland. Doch für das fünf Minuten kurze Telefonat soll sie mehr als 60 Euro bezahlen. Denn das Gespräch wurde nicht über das Mobilfunknetz an Land geführt, sondern über das teure Satellitennetz der Fähre.
Dem schiebt die EU-Kommission jetzt einen Riegel vor. Sie hat am Wochenende neue Vorschriften erlassen, mit deren Hilfe die Handys an Bord eines Schiffes flächendeckend die Landverbindungen nutzen sollen. Möglich wird das durch so genannte Pikozellen - Basisstationen an Bord der Schiffe, die sich mit dem Handynetz an Land verbinden. Bisher sei das nicht möglich gewesen, weil unterschiedliche Vorschriften in 27 EU-Staaten einen "rechtlichen Flickenteppich" ergeben, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Der wird durch die neuen einheitlichen Vorschriften aufgehoben.
Keine Funkstörungen; Frachtüberwachung möglich
Einen weiteren Vorteil hebt die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes hervor: "Dank der neuen Vorschriften werden Millionen Menschen auf Schiffen ihr Mobiltelefon ohne Interferenzprobleme nutzen können." Denn mit dem neuen System verursachen schiffseigene Mobilfunkdienste keine Funkstörungen in Netzen an Land.
Und noch eine Möglichkeit sieht die EU-Kommission im neuen Verfahren: Sensoren in Frachtcontainern können Überwachungsdaten in Echtzeit über die durchgehende maritime Mobilfunkanbindung senden. "So kann beispielsweise die Temperatur und Feuchtigkeit in einem Container fernüberwacht werden, um jederzeit die Qualität der mit dem Schiff beförderten Waren zu kontrollieren."
Die Mitgliedsstaaten der EU haben nun zwölf Monate Zeit, die Vorschriften umzusetzen.

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