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Steuererklärung : Elster: Wenn das Steuerprogramm hakt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn’s eng wird mit der Steuererklärung, können technische Probleme mit dem Programm Elster zusätzlich Nerven kosten: Auf älteren Rechnern lässt es sich nicht installieren.

Das neueste Elsterformular wird für Besitzer älterer Computer offenbar zum Ärgernis. Das Einkommensteuerprogramm der Finanzverwaltung läuft nicht richtig – oder schlimmer noch: Es lässt sich nicht installieren. Und dies, obwohl der heimische Rechner über sämtliche von der bayerischen Finanzverwaltung, die für die offizielle Software federführend ist, angegebenen Systemvoraussetzungen erfüllt.

Ein Grund, der sich im Elsterforum häufig wiederfindet, ist der Rechner selbst. Findige Hardwareexperten haben dort herausgefunden, dass zwar auf einem Computer das Betriebssystem Windows 7 locker läuft, aber eben nicht das neueste Steuerbearbeitungsprogramm Elster. Betroffen sind etwa ältere herkömmliche Computer, die mit einem AMD Athlon XP-Prozessor (maximal 2,33 Gigahertz) oder einem Intel Pentium III (maximal 1,4 Gigahertz) bestückt sind. Der Grund: Der Prozessor verfügt nicht über eine modernere Befehlssatzerweiterung (SSE2).

„Wir wissen von solchen Problemen“, berichtet Dr. Isabel Klocke, Justiziarin und Leiterin der Abteilung Steuerrecht beim Bund der Steuerzahler Deutschland in Berlin. Von der federführenden Finanzverwaltung in Bayern sei mitgeteilt worden, dass die Software nur für relativ neue Rechner ausgelegt sei – und zudem Anwendungen mit der objektorientierten Programmiersprache Java ein Muss seien. Es seien nur „Standardsachen“ möglich, aus finanziellen und personellen Gründen sehe sich die Finanzverwaltung nicht in der Lage, eine Software für sämtliche Eventualitäten zu entwickeln.

Das sei durchaus ein Widerspruch, sagt Klocke, denn sowohl immer mehr Bürger als auch die Verwaltung selbst seien darauf aus, dass bei der Steuererklärung möglichst alles elektronisch abgewickelt wird. Sehe sich also ein Anwender gezwungen, unter anderem aus Gründen der elektronischen Steuererklärung sich einen neuen Computer zuzulegen, könne die Anschaffung unter Umständen steuerlich geltend gemacht werden. Werde der Computer zu 100 Prozent beruflich genutzt, sei er über drei Jahre steuerlich absetzbar. Wird er teils privat genutzt, immerhin noch zu 50 Prozent – verteilt über drei Jahre. Allerdings: Legt sich ein Bürger jetzt einen neuen Rechner zu, gilt dies eben erst für die Steuererklärung des Jahres 2015 – er kann diesen also erst im kommenden Frühjahr gegenüber dem Finanzamt geltend machen.

Ein neuer Computer dank einer fehlerhaften Software? Steuerexpertin Dr. Anne Marleen Stodian nimmt Betroffenen den Wind aus den Segeln. „Nicht funktionsfähige Software lässt sich für die Steuererklärung nicht als außergewöhnliche Belastung deklarieren“, so die Fachanwältin für Steuerrecht in Niebüll. Schließlich könne man dafür auch das Onlinetool (www.elsteronline.de) oder ganz analog die Papierbögen nutzen. „Für diese Konstellation sind mir auch keine Sonderregelungen bekannt“, sagt Stodian. Auch sie verweist darauf, dass einen neuen PC nur von der Steuer absetzen kann, wer ihn nicht nur privat, sondern auch beruflich nutzt. Die Kosten können dann ab einem Netto-Preis von 410 Euro als Werbungskosten über drei Jahre abgesetzt werden.

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