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„Smart Reply“ von Google : Einladung zum Faulsein?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Software soll im E-Mail-Postfach von Google-Accounts Nachrichten erkennen, die beantwortet werden müssen.

Die E-Mail und ich – das ist eine Hassliebe. Praktisches Kommunikationsmedium auf der einen, unglaublicher Zeitfresser auf der anderen Seite. Klar, das berufliche Postfach wird gepflegt. Aber das private Google-Konto besuche ich nur sporadisch. Dann ist es wie ein Blick in die Büchse der Pandora: Unzählige Newsletter und Werbung. Darin können die Fotos von der Verwandtschaft schon einmal zu Nadeln im Heuhaufen werden.

Ob eine neue Funktion von Google mein Verhältnis zur Mail bessern wird? Der Suchdienst hat gestern das neue System „Smart Reply“ angekündigt. Kurz gesagt: Software durchsucht das Postfach nach Nachrichten, die eine Antwort erfordern. Abhängig vom Inhalt schlägt „Smart Reply“ Antwortmöglichkeiten vor. In einem Beispiel aus dem Google-Blog fragt Person A Person B, ob sie schon ihre Urlaubsplanung fertig hat. „Smart Reply“ schlägt die Antwort „Ich arbeite daran“ vor. Das System soll Zeit sparen.

Erfahrungen mit der Autokorrektur meines Smartphones sprechen leider eine andere Sprache. Da wird Bürgerkrieg aus Burger King und Nazi aus Maxi. In Zukunft werde ich nicht mehr nur E-Mails lesen, sondern auch Googles vorgeschlagene Antwort. Nach meiner Rechnung kostet das mehr und nicht weniger Zeit. Das System lernt noch, geben die Entwickler zu. Bei Tests hat es zum Beispiel sehr häufig „Ich liebe dich“ als Antwort herausgegeben. Fragt sich nur: Ist das ein Fehler oder ein Feature?

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erstellt am 04.Nov.2015 | 18:59 Uhr

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