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Maas’ Netzwelt : Ein Emoji ist kein Emoticon

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es gibt verschiedene Wege, seine Laune bildlich darzustellen – doch bei den Begriffen geht viel durcheinander.

Meine Nichte ist fünf, und wir leben 450 Kilometer voneinander entfernt. Sie telefoniert nicht gern, aber manchmal chatten wir über Whatsapp. Ich bekomme eine Nachricht, angeblich von meiner Schwester, mit blauen Autos, blauen Blumen und blauen Herzen. Meine Nichte kennt meine Lieblingsfarbe. Ich antworte: Ein Fliegenpilz, eine Kirsche, ein Feuerwehrauto. Ohne Emojis wären meine Tage farbloser.

Emojis sind keine Emoticons, das muss dringend klargestellt werden. Emoticons erblickten in den frühen 80er Jahren das Licht der Welt und bestehen aus typographischen Zeichen. Ich konnte sie als Fünfjährige auf der mechanischen Schreibmaschine tippen, mit der ich damals spielen durfte. Zum Beispiel: :-) Mit Farbbandwechsel und Mamas Hilfe ging das sogar in Rot.

Der Name setzt sich aus „Emotion“ und „Icon“ zusammen. Emoticons sollen zeigen, was der Verfasser eines Textes lustig findet und was traurig.

Emojis sind dagegen lange nicht so emotional wie sie klingen. Sie wurden in den 90er Jahren in Japan erfunden – und grob lässt sich das Wort mit „Piktogramm“ übersetzen. Eigentlich hat ein Emoji also rein gar nichts mit Gefühlen zu tun. Meine Nichte und ich sehen das natürlich anders.

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erstellt am 17.Aug.2015 | 18:35 Uhr

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