zur Navigation springen

Weihnachten #heimkommen : Edeka-Werbung: Nicht nur dieser Opa wird Sie zu Tränen rühren

vom

Der Werbespot wurde schon über 5 Millionen Mal geklickt. Doch es gibt noch erfolgreichere Filme von Supermärkten zu Weihnachten.

Berlin | Kurz vor Weihnachten sind die Leute für herzerwärmende Geschichten zu haben. Das funktioniert auch in der Werbung. Ein neuer Spot der Supermarkt-Kette Edeka wurde seit dem Wochenende schon über 5 Millionen Mal angeklickt. Doch der Kurz-Film ist keine Ausnahme. Zur Adventszeit wird gerne ein bisschen dicker aufgetragen. Emotionale Botschaften sollen die Menschen in die Kaufhäuser locken.

Edeka und #heimkommen

Der Anrufbeantworter piept. Die Tochter ist dran: „Wir werden es dieses Jahr Weihnachten wieder nicht schaffen. Wir versuchen es nächstes Jahr, und dann klappt es ganz bestimmt.“ So sitzt der alte Mann zu Weihnachten ganz allein am Esstisch, dazu läuft traurige Musik. Dann Szenen von den erwachsenen Kindern, die in alle Welt verstreut sind. Sie lesen, dass der Vater gestorben ist. Sie reisen deswegen nach Hause - wo der Totgeglaubte mit einer gedeckten Fest-Tafel auf sie wartet. Happy End. Taschentücher raus.

Mit diesem Spot der Agentur Jung von Matt wirbt die Supermarktkette Edeka gerade im Netz. Sie hat damit geschafft, was ihr schon mit der Kampagne „Supergeil“ gelungen war: Werbung hin oder her, alle Welt redet darüber. Bei Youtube holte das Video mit dem einsamen Opa rund 5 Millionen Klicks. Die Kommentare reichen von „echt herzzerreißend“ bis „etwas makaber“. Manche Nutzer stellen Familienfotos ins Netz.

Auch die Diakonie Deutschland, die sich um alte Menschen kümmert, hat das Video entdeckt und geteilt. Sprecherin Ute Burbach-Tasso dachte zuerst „Was hat es mit Edeka zu tun?“, mag aber das Thema. Als sie das Video guckte, sei sie gerührt gewesen, obwohl sie gewusst habe, was sie erwarte. „Das trifft die Einsamkeit von vielen alten Menschen ziemlich gut“, findet Burbach-Tasso. „Ich hoffe, dass ganz viele Deutsche zu Weihnachten ihre Eltern besuchen.“

Gedreht wurde der Edeka-Spot in Prag und Bangkok, wie Produzent Justin Mundhenke erzählt. Nach der Besetzung sei europaweit gesucht worden. Auch wenn der Spot für den deutschen Markt ist: Die Rolle des Rentners spielt ein Brite, Arthur Nightingale.

Sainsbury's und die Katze Mog

Es ist die Zeit für anrührende Geschichten. Die britische Supermarktkette Sainsbury's hat zum Beispiel einen kinoreifen Animations-Film um die Katze Mog gedreht. Die verwüstet erst ihr Haus und bekommt schließlich doch noch ein Happy End zu Weihnachten. Erfunden wurde die Katze von der Kinderbuchautorin Judith Kerr („Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“). Die Story ist bei Youtube noch weit vor Edeka: 18 Millionen Klicks.

John Lewis und der #ManOnTheMoon

Noch mehr schafft das britische Kaufhaus John Lewis mit einer kitschigen Geschichte um ein Mädchen und einen Mann auf dem Mond: 19,7 Millionen Klicks. 

John Lewis erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das entdeckt, dass auf dem Mond ein einsamer Mann lebt. Die Kleine will dem Mann ein Geschenk machen. Das Problem: Sie findet keinen Weg, es ihm zukommen zu lassen. Als das Mädchen auf der Erde Weihachten feiert, vermittelt die Werbung dem Zuschauer das Gefühl, dass alle Versuche gescheitert sind. Trauer macht sich breit. Doch dann kommt es unverhofft noch zum Happy End: Das Geschenk, ein Fernrohr, ist auf dem Mond angekommen. Der #ManOnTheMoon entdeckt das Mädchen auf der Erde - und weint vor Freude.

Sind solche Erfolg kalkulierbar?

Nein, heißt es beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft. „Das Werbekonzept, das immer funktioniert, gibt es nicht“, sagt Sprecher Maik Luckow. Das Echo auf den Edeka-Spot zeigt für ihn, dass Werbung und gesellschaftliche Themen zusammenpassten. Schon die Debatte sei da ein Erfolg. „Auf jeden Fall ist man im Gespräch.“

Heute bieten sich viel mehr Kanäle für Werbung als in der Vergangenheit - vom Plakat, Print über die klassische Fernsehwerbung bis zu Youtube. Auch dabei gibt es kein Patentrezept. „Hier die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist nicht leichter geworden“, sagt Luckow.

 

zur Startseite

von
erstellt am 30.Nov.2015 | 19:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen