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Online-Postfach : E-Mails: So leicht kann man Spam und Post trennen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bewerbungen, Gewinnspiele, Anmeldungen: Wer für alles die gleiche Adresse nutzt, läuft Gefahr, im Spam-Chaos zu versinken.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2015 | 07:40 Uhr

Auch wenn sich die digitale Kommunikation bei vielen Nutzern auf WhatsApp, Facebook und Co beschränkt – ausgedient hat die gute alte E-Mail noch lange nicht. Beim Newsletter, in Sozialen Netzwerken oder für berufliche Kontakte: Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird nach der E-Mail-Adresse gefragt. Für viele Nutzer ein Grund, sich eine Zweit- oder sogar Dritt-Adresse zuzulegen. Denn bei der Bewerbungsmail könnte schnurpsel61549@gmx.de für fragende Blicke sorgen – während man an anderer Stelle seinen digitalen Briefkasten nicht bei halbseidenen Gewinnspielen als Einflugschneise für Spam opfern möchte. Egal ob man sich den ersten Mail-Account zulegt oder eine weitere Adresse: Genaues Hinsehen lohnt sich.

Freemailer: Die meisten nutzen kostenlose Dienste wie Gmail, GMX/Web.de, Outlook.com, T-Online oder Yahoo. Ein Unterschied ist der Speicherplatz. Ein Gigabyte sollte es schon sein, damit man nicht ständig das Postfach ausmisten muss. „Manche bieten auch zusätzlichen Speicherplatz über eine Online-Festplatte, also eine Cloud an“, erklärt Miriam Rusch-Rodosthenous von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch beim Kalender, der Ordnerverwaltung oder der Größe von Mail-Anhängen kann es Unterschiede geben. Der finanzielle Vorteil der kostenlosen Anbieter liegt auf der Hand. Aber: „Im Internet gibt es zwei Bezahlarten“, warnt Marcus Pritsch von der Stiftung Warentest, „Geld oder Werbung“. Anzeigen, Werbe-Mails und laxe Datenschutzregelungen können Nachteile der Freemailer sein.

Bezahlangebote: Einige Funktionen wie zusätzlichen Speicherplatz oder große Anhänge bekommt man oft nur gegen Bezahlung. „Wenn man schon bezahlt, sollte man die Angebote kritisch miteinander vergleichen und darauf achten, was man tatsächlich an Leistungen benötigt“, rät Urs Mansmann vom „c't“-Magazin. „Reine Bezahlanbieter schneiden da mitunter besser ab als die kostenpflichtigen Angebote der Freemailer.“ Wer seine Mails auch auf Smartphone abruft, sollte darauf achten, dass der Mailanbieter das Netzprotokoll IMAP anbietet. Damit wird das komplette Postfach auf allen Geräten synchronisiert.

Sicherheit: „Es macht durchaus einen Unterschied, ob das ein deutscher oder ein ausländischer Service ist“, sagt Mansmann. Wenn das Rechenzentrum in Deutschland steht, gilt auch hiesiges Datenschutzrecht. Genaueres steht in den AGBs und Datenschutzbestimmungen der Anbieter. Kostenpflichtige wie Posteo oder Mailbox.org punkten mit Transparenz und Anonymität.

Wegwerf-Adressen: Ein Schritt zur Datensicherheit sind Kurzzeit-Adressen. „Das ist eine schöne Methode, wenn ich bei der Registrierung bei einem Anbieter nicht meine Mailadresse verwenden will“, sagt Pritsch. Dafür legt man sich bei einem Maildienst eine Adresse an, die entweder nach einem bestimmten Zeitraum abläuft oder die man nach Gebrauch wieder abmeldet.

Eigene Maildomain: Eine eigene Domain kann auch für den Mailverkehr genutzt werden. „Der Vorteil ist, dass man eine eingängige E-Mail-Adresse hat“, erklärt Pritsch – etwa Vorname@Nachname.de. Dazu meldet man bei einem Hoster seine Wunschdomain an. Teilweise bieten auch die großen Mailprovider diesen Dienst an. Zusammen mit der Internetadresse bekommt man ein oder mehrere Postfächer. Solche Pakete gibt es für wenige Euro im Monat. „Meine eigene Domain nimmt mir keiner mehr weg“, erklärt Mansmann. Bei anderen Mailadressen sei das nicht so sicher – etwa wenn der Mail-Provider aufgekauft wird oder seinen Dienst einfach einstellt.

 

 

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