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Mobilfunk : Dual-SIM: Technik mit Tücken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dual-SIM-Smartphones erlauben den parallelen Betrieb von zwei Mobilfunkanschlüssen. Die Technik hat aber ihre Fallen.

Smartphones werden immer größer, Hosentaschen gefühlt immer kleiner. Wenn man dann auch noch ein zweites Gerät hat, kann das zu echten Platzproblemen führen. Die Lösung könnte ein Smartphone mit Dual-SIM-Technik sein, also ein Gerät, dass zwei SIM-Karten und damit zwei Anschlüsse in einem Gerät vereint.

Ein Dual-SIM-Handy hat im Gegensatz zu normalen Mobiltelefonen zwei Steckplätze für SIM-Karten und teils doppelt ausgelegte Empfangs- und Sendeeinheiten. Besonders für Menschen mit Diensthandy kann das praktisch sein. „Mit Dual-SIM können Berufstätige das private und berufliche Smartphone bequem kombinieren“, sagt Timm Hoffmann vom Bitkom.

Auch wer oft im Ausland ist, kann so mit einem Gerät immer kostengünstig telefonieren, wie Bettina Seute vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“ erklärt. „Im Urlaub kann man sich zum Beispiel vor Ort eine SIM-Karte kaufen“, sagt sie. Freunde erreichen einen dann über die heimische Karte, Telefonate im Urlaubsland laufen ohne Roamingkosten über die ausländische Karte.

Und es gibt eine dritte Gruppe von Mobilfunknutzern, die von einem Dual-SIM-Gerät profitieren können: die Tarifkombinierer. „Man kann zwei verschiedene Anbieter für Sprach- und Datenverbindungen kombinieren“, sagt Hoffmann. Das kann zum Beispiel praktisch sein, wenn der Provider am Wohnort keine gute Versorgung mit mobilem Internet liefert.

Wer sich für ein Dual-SIM-Gerät entscheidet, sollte vor dem Kauf aber genau hinsehen. „Die meisten Hersteller bieten mittlerweile Geräte an“, sagt Timm Hoffmann. Dabei handelt es sich aber in Deutschland meist um Mittelklassemodelle. „Die Auswahl an High-End-Geräten ist sehr eingeschränkt“, sagt Bettina Seute. Wer auf die neueste Hardware verzichten kann, findet dafür eine recht große Auswahl an Geräten.

Doch nicht jedes Dual-SIM-Handy bietet alle Funktionen auch für beide Anschlüsse. „Viele dieser Geräte haben nur eine Sende- und Empfangseinheit“, erklärt Seute. Bei diesen sogenannten Stand-by-Modellen sind beide Anschlüsse empfangsbereit. Wird einer genutzt, schaltet sich der andere ab.

Sogenannte Aktiv-Modelle hingegen haben zwei Sende- und Empfangseinheiten und können beide Anschlüsse simultan betreiben.

Jedoch gibt es auch hier Unterschiede. Manch älteres Gerät gewährt nur einer Karte Internetzugriff. Und längst nicht jedes Dual-SIM-Gerät unterstützt schon LTE.

Während Apple bislang kein Gerät für zwei Karten anbietet, sind sowohl Dual-SIM-Smartphones mit Android als auch mit Windows Phone als Betriebssystem verfügbar. Auf beiden Plattformen lassen sich die jeweiligen Anschlüsse sehr gut trennen. Aber egal ob Android oder Windows Phone: Apps wie Whatsapp, die den Nutzer über seine Telefonnummer identifizieren, sind nicht Dual-SIM-kompatibel.

Wem die Auswahl an Dual-SIM-Geräten am Markt nicht gefällt, kann mit verschiedenen Adaptern zwei Nano-SIM-Karten in einen Mini-SIM-Schacht zu stecken oder über ein Anbauteil die weiteren Karten außerhalb der Telefonhülle anzubringen. „Das ist nicht ganz so komfortabel“, sagt Seute. Da das Handy ab Werk nicht auf die Nutzung mit zwei Karten ausgelegt ist, muss die aktive Karte immer von Hand ausgewählt werden. Gleichzeitige Erreichbarkeit ist mit den Adaptern nicht möglich.

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