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Dreyklufts Netzwelt : Doublepulsar: Wenn die NSA ihren Schlüssel für die Hintertür verliert

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Der NSA kommt ein Stück Schadsoftware abhanden. Das findet sich angeblich schon auf vielen tausend Windows-Rechnern.

Sicherheitsbehörden und Geheimdienste wünschen sich „Hintertüren“ in digitale Systeme (hier ein Beispiel), die eigentlich geschützt sind, weil das ihre Arbeit erleichtere. Kritiker monieren, das sei gefährlich. Schließlich sei nicht sichergestellt, dass der Schlüssel für diese Hintertüren in staatlicher Hand bleibe. Die Argumentation der Kritiker ist offenbar nicht nur eine theoretische Annahme. Das zeigt dieser aktuelle Fall.

Am 14. April veröffentlichte eine Person oder Gruppe namens „The Shadow Brokers“ Schadsoftware, die angeblich vom US-Geheimdienst NSA stammt. Darunter ist ein  Programm namens „Doublepulsar“. Das ermöglicht einen Weg in den Kern des Windows-Betriebssystems, über den sich im schlimmsten Fall der gesamte Computer übernehmen lässt. Doublepulsar ist klug programmiert, schreibt keine Dateien auf den Computer und verschwindet nach Neustart spurlos (hier eine technische Beschreibung für Experten). Gedacht war das Programm wohl für gezielten Einsatz, nicht für die Massenverwendung.

Microsoft veröffentlichte bereits am 14. März ein Windows-Sicherheitsupdate, was zu Spekulationen führte, der Konzern sei gewarnt worden. Dennoch kursieren Meldungen, bis Montag seien 183.000 Computer infiziert worden, die meisten in den USA. Microsoft bezweifelt die Zahl.

Angst müssen Sie nun nicht haben. Installieren Sie einfach alle von Microsoft angebotenen Sicherheitsupdates. Das Problem ist ein anderes: Gestohlene Software von Sicherheitsbehörden kann in falschen Händen erheblichen Schaden anrichten. Hintertüren mögen NSA oder BND das Leben leichter machen. Uns, ob Privatpersonen oder Unternehmen, machen sie das Leben unsicherer.

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erstellt am 25.Apr.2017 | 17:07 Uhr

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