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Dreyklufts Netzwelt : DJI-Phantom-Drohnen: Chinas Augen in unseren Gärten

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Präsident Xi Jinping sagt: Alle Internetdaten gehören uns. Auch die Kameradaten der beliebten Phantom-Drohnen.

Bei der Diskussion um Datenschutz stehen hier in Deutschland oft die USA im Fokus. Wenn Daten auf US-Servern gespeichert werden, bereitet das vielen von uns Unbehagen. Manche hiesigen Anbieter werben sogar offensiv damit, dass ihre Server nicht in den USA stehen, sondern in der EU oder sogar explizit in Deutschland (hier ein Beispiel der Firma Strato).

Ich finde diese Haltung verständlich. Die grundsätzliche Auffassung von Datenschutz ist in den USA (übrigens auch in Skandinavien) anders als bei uns. Zwar könnte man argumentieren, dass die USA ein demokratisches Land unter demokratischer Kontrolle sind. Angesichts der weit verbreiteten Ansicht, dass die Enthüllungen Edward Snowdens keine wertvollen Informationen seien, sondern Landesverrat, muss ich daran zweifeln.

Das Thema „Wo steht eigentlich der Server mit meinen Daten?“ hat für mich allerdings eine neue Dimension bekommen: China. Bislang hielt ich diesen Standort für mich nicht für relevant. Das hat sich für mich geändert, seitdem ich zufällig auf einen nicht mehr ganz taufrischen Artikel (vom 21. April) der „Frankfurter Allgemeinen“ stieß.

Werbevideo für das neue DJI-Modell „Phantom 4“

Dabei geht es um DJI. Kennen Sie nicht? Doch, kennen Sie! Die bauen Drohnen, letztes Jahr angeblich eine Million davon. Nicht die großen, die in Pakistan Bomben werfen, sondern die kleinen mit Kamera unterm Bauch. Das bekannteste Modell heißt Phantom. Auch wir bei shz.de haben so eine. Und vielleicht auch Ihr Nachbar, wenn es in seinem Garten auffällig surrt.

Als Chinas Präsident Xi Jinping am 19. April verkündete, das Internet stehe in China komplett unter Kontrolle des Staates und der kommunistischen Partei, fragte ein kluger Journalist bei DJI nach. Die Antwort laut FAZ: „Wir haben den Regulatoren gesagt, dass wir bereit sind, unsere Daten mit ihnen zu teilen.“ Im Klartext: Alle Drohnendaten einschließlich der Kamerabilder, die auf chinesischen Servern gespeichert werden, stehen dem chinesischen Regime zu Verfügung, auch wenn die Drohne gar nicht dort fliegt, sondern hier.

Seitdem finde ich, relativ betrachtet, meine Daten auf US-Servern ganz okay.

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erstellt am 21.Jun.2016 | 13:14 Uhr

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