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Motörhead gegen Bild-Reporter : Dirk Benninghoff: „Ich war zum Teil sogar belustigt“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie der Bild-Reporter Dirk Benninghoff von der Metal-Band an den Facebook-Pranger gestellt wurde. Ein Interview von Tobias Fligge.

Los Angeles | Herr Benninghoff, wie haben Sie davon erfahren, dass Motörhead Sie an den Internet-Pranger gestellt hat?

Ich bekam plötzlich über meinen Twitter-Account immer mehr Nachrichten, in denen ich zum Teil sehr übel beschimpft wurde. Von dem Facebook-Aufruf der Band wusste ich nichts, bis einer der Fans einen Link dazu reinstellte. Dort war der Shitstorm schon im vollen Gange.

Wie haben Sie reagiert?

Das hat mich persönlich nicht angefasst. Ich war zum Teil sogar belustigt. Mich hat nur die Unterstellung gestört, ich hätte Motörhead kritisiert, weil ich keinen Interview-Termin bekommen hätte. Das ist Quatsch und wäre auch journalistisch unsauber. Ich habe mich aber nicht gerechtfertigt. Das bringt meistens nichts, wirkt hilflos und könnte die Diskussion auch noch anheizen. Ich habe das dann auslaufen lassen.

Mehrere Hundert heftige Beleidigungen – wie konnten Sie da ruhig bleiben?

Ich war weit weg von dem, was da im Netz passierte. Amerika ist groß und meine Adresse nicht öffentlich.

Hatten Sie Angst vor fanatischen Fans?

Nein, ich habe einen Großteil des Shitstorms auch verpasst, weil es mir einfach nicht bewusst war. Man hat auch schnell gemerkt, dass es den Leuten ausreichte, kurz ihren Frust abzuladen.

Was würden Sie Betroffenen raten?

Eine gewisse Gelassenheit. Ich denke, man sollte sich nicht aufgebracht auf eine Diskussion einlassen. Aber wenn einem die Beleidigungen zu nahe gehen, würde ich schon versuchen, direkt auf die Seitenbetreiber Einfluss zu nehmen.

Die Band hat sich mittlerweile entschuldigt. Nehmen Sie die Entschuldigung an?

Auf jeden Fall. Ich gehe davon aus, dass der Beitrag von den Community-Managern kam und die Band davon nichts wusste.

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erstellt am 02.Mai.2014 | 17:34 Uhr

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