zur Navigation springen

Online-Handel : Diese Weihnachtsbetrüger lauern im Netz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Immer mehr Menschen lassen ihre Daten im Netz – das wissen auch Cyberkriminelle. Tipps für ein sicheres Geschenke-Shopping.

Die Vorbereitungen für Weihnachten laufen an: Fast jeder gerät zwischen Firmenfeiern, Plätzchenbacken und dem Weihnachtsmarktbesuch in Stress – und wird dadurch vielleicht beim Geschenkekauf im Netz nachlässig. Cyberkriminelle warten nur darauf, diese Unachtsamkeit auszunutzen und sich von der steigenden Kaufaktivität im Netz ihren Anteil am Weihnachtsgeschäft zu sichern. Immerhin erwartet der Einzelhandelsverband Nord für das Weihnachtsgeschäft 2014 allein im Online-Handel in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern einen Umsatz von 0,8 Milliarden Euro.

„Immer mehr Menschen lassen ihre Daten im Netz“, sagt Thomas Hagen, Pressesprecher der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Es sei eine logische Schlussfolgerung, dass hier auch die Kriminalität zunehme. Nach Angaben des deutschen Hightech-Verbandes Bitkom kaufen fast 94 Prozent der Deutschen über 14 Jahre regelmäßig Waren über das Internet ein. Rund 27 Prozent nutzen dazu Smartphones oder Tablet-Rechner. Ganze 37 Millionen Deutsche tätigen Bankgeschäfte über das Internet. „Das macht sie anfällig für Angriffe durch Kriminelle, die es auf ihre persönlichen Daten abgesehen haben“, sagt Andreas Volkert, Vetriebsmanager bei McAfee, einer Tochterfirma vom US-amerikanischen Hersteller von Antivirus- und Computersicherheitssoftware Intel Security.

Das Unternehmen warnt vor den beliebtesten Betrugsstrategien, auf die Verbraucher und Unternehmen nicht hereinfallen sollten:

Gefährliche Schnäppchen

Das Edel-Smartphone für ganze 50 Euro? Eine Reise zum Hammer-Preis? Bei unglaublich günstigen Angeboten ist Vorsicht angebracht. Das vermeintliche Schnäppchen stellt sich häufig als dreister Versuch heraus, an Bankdaten und Kreditkarteninformationen zu gelangen. Nach Analysen von McAfee sind gerade in der Vorweihnachtszeit fast drei Viertel aller versendeten elektronischen Nachrichten Spam- oder Phishing-Mails. „Niemand hat etwas zu verschenken!“, warnt auch Hagen deutlich.

Unseriöse Spendenaufrufe

Gerade an Weihnachten steigt die Bereitschaft, Geld für einen guten Zweck zu spenden. Das machen sich Hacker zunutze und versenden „Spendenaufrufe“ per E-Mail oder über soziale Medien.

„Iscam“ - Betrug mittels Smartphone

Hinter vielen Nikolaus- oder Weihnachtskalender-Apps verbirgt sich Schadsoftware, die persönliche Daten abgreifen will.

Weihnachtsgrüße

Kriminelle setzen Web-Seiten auf, über die sie angeblich elektronische Grußkarten zum Herunterladen und Versenden anbieten. Was auf dem Smartphone oder PC landet, sind Viren und Trojaner. Deshalb lieber nur etablierte E-Card-Services nutzen.

Anrufe der Bank

Hacker rufen gerne Bankkunden an und geben sich als Sicherheitsbeauftragte des Instituts aus, warnt McAfee. Es gebe Probleme mit dem Konto des Betreffenden. Der Kunde möge zur Überprüfung seinen Zugang für das Online-Banking herausgeben – was ein Bankmitarbeiter nie tun würde. Im nächsten Schritt wird das Konto des Opfers leergeräumt.

Phishing-Mails

Unter die E-Mails, mit denen Online-Händler ihre Kunden über den Status ihrer Bestellungen informieren, mischen sich häufig gefälschte Nachrichten oder Phishing-E-Mails. So leiten Kriminelle die Empfänger zu gefälschten Web-Shops weiter oder lotsen sie zu Internet-Seiten, auf denen sie persönliche Daten hinterlassen sollen.

Jahresrückblick

Der Jahreswechsel lädt dazu ein, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Findige Cyber-Kriminelle versenden deshalb gerne Spam-E-Mails mit Links, die auf manipulierte und infizierte Web-Seiten mit reißerischen Themen verweisen wie „Die peinlichsten Promi-Pannen 2014“.

Verseuchte USB-Sticks

Selbst USB-Sticks, die Unternehmen als Geschenk verteilen, werden missbraucht, um Schadsoftware zu verbreiten. Den Stick in den PC einstecken – und schon infiziert er das Endgerät.

Vorsicht: Fünf Tipps für eine sichere Weihnachtszeit
1. Informationen einholen: In jedem Fall sollten Verbraucher prüfen, ob sie es mit einem seriösen Online-Händler oder einer echten Spendenaktion zu tun haben.
 

2. Apps erst prüfen, dann installieren: Interessenten sollten nur Apps aus offiziellen App Stores herunterladen und die Bewertungen anderer Nutzer lesen. Sie sollten keine App installieren, die umfassende Zugriffsrechte einfordert, die sie für ihre Funktion nicht benötigt.
 

3. Auf dem Laufenden bleiben: Internet-Nutzer sollten sich stets über aktuelle Bedrohungen und Angriffstechniken  informieren. Auch die Web-Seiten von Polizei und  Verbraucherschutzverbänden stellen entsprechende Infos bereit.
 

4. Mobile Geräte schützen und verschlüsseln: Oft finden sich auf privaten Endgeräten geschäftliche Daten und umgekehrt. Überfüllte Kaufhäuser und Weihnachtsmärke sind ideale Orte, um ein Smartphone zu verlieren. Zudem häufen sich in solchen Zeiten die Diebstähle. Ein sicheres Passwort oder eine komplexe PIN sollte das Mobilgerät sichern, sensible Daten zudem verschlüsselt sein.
 

5. Sichere Bezahlfunktion: Bezahlt der Kunde per Rechnung, Lastschrift oder  Nachnahme, hat er die Möglichkeit, das Geld zurückzufordern. Von einer Bezahlung per Vorkasse sollte man hingegen – insbesondere bei unbekannten Händlern – absehen, warnt die Verbraucherzentrale SH.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Nov.2014 | 10:41 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen