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Maas’ Netzwelt : Die Telefonzelle lebt weiter

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Mit guten Ideen lassen sich alte Telefonzellen umfunktionieren. Schleswig-Holstein sollte dabei von New York lernen, meint Kolumnistin Barbara Mass.

von
erstellt am 12.Mai.2014 | 19:59 Uhr

Telefonzellen waren so praktisch.  Man konnte sich bei  Platzregen unterstellen. Wer Glück hatte, konnte dort sogar telefonieren. Und wer noch mehr Glück hatte, fand die benötigte Nummer auf der einzigen unversehrten Seite des Telefonbuchs. Das Leben war ein Abenteuer.

Heute verkauft die Telekom  die Relikte an Liebhaber. 3.000 von ihnen warten in einem Lager in Brandenburg auf Käufer. Kosten:  300 bis 450 Euro das Stück.  Das ist  konsequent. Lange sammelten introvertierte Menschen Briefmarken, in den 90ern sollen  Telefonkarten gesammelt worden sein. Vielleicht funktioniert künftig Smalltalk so:   „Haben Sie ein Hobby?“ – „Ja, ich sammle Telefonzellen.“

Die New Yorker haben natürlich die lässigere Idee. 11.000 Telefonzellen gibt es noch in der Stadt – 10.000 sollen  zu Wi-Fi-Hotspots umgebaut werden. Mit einer Reichweite von 25 Metern, sagte Bürgermeister Bill de Blasio in dieser Woche. Ein Vorteil des Plans: Die Kommunikationsdinosaurier funktionieren auch, wenn der Strom ausfällt.  Als Hurricane Sandy über New York tobte, bildeten sich dort lange Schlangen.

W-Lan-Zellen wären auch ein Traum für Schleswig-Holstein.  Doch dazu bräuchte es  eine  ausreichende Breitbandversorgung. Wir stehen in der virtuellen Warteschlange. Auch ganz ohne Katastrophe.

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