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App Windfinder : Die Suche nach dem perfekten Wind

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kieler App Windfinder gehört weltweit für Wassersportler zu den wichtigsten Wetterdiensten.

von
erstellt am 05.04.2014 | 04:30 Uhr

Oliver Königs Leben wird bestimmt durch eine Naturgewalt. Ob als jugendlicher Segler oder erfolgreicher Unternehmer – der 40-jährige Kieler beschäftigte sich immer intensiv mit dem Wind. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Jonas Kaufmann führt er das Unternehmen Windfinder.com und damit eine der beliebtesten deutschen Apps und Internetseiten für Wettervorhersagen.

„In Deutschland kennt uns fast jeder Wassersportler, aber auch in anderen Ländern haben wir aktive Nutzer“, sagt König. So würden die App beispielsweise auffällig viele Menschen auf Malta und in Kuwait nutzen. USA, Frankreich, Italien, Spanien – das kleine Kieler Unternehmen ist international aktiv und kann sich auf dem umkämpften Markt behaupten. Die Internetseite verzeichnet 7,6 Millionen Besucher pro Monat. Nutzer vergeben der App auf den entsprechenden Portalen tausende positive Kritiken.

„Viele andere Wetterdienste bieten keine stündlichen Vorhersagen. Das macht uns so beliebt bei Wassersportlern, die immer genau wissen wollen, wo der Wind wie steht“, erklärt Oliver König, der selbst ein leidenschaftlicher Kite-Surfer ist. Weltweit 17 000 Wetterstationen liefern Windfinder in Echtzeit das Datenmaterial für präzise Vorhersagen. So kann der norddeutsche Dienst jederzeit Messwerte für aktuell 37 000 Standorte liefern. Die App zeigt dabei neben der Windstärke und der Temperatur auch Informationen über die Wellenhöhe an. „Wir versuchen alle relevanten Informationen für Wassersportler zu bündeln, hören aber, dass zum Beispiel auch Angler, Segelflieger oder Fahrradfahrer unsere App nutzen“, sagt Oliver König.

Die Marke Windfinder hat sich etabliert, doch lange Zeit schien die Zukunft des ambitionierten Projekts, das es nun seit 15 Jahren gibt, ungewiss. „2003 wusste ich nicht mehr, wie es weiter gehen soll“, erinnert sich der gebürtige Münsteraner. „Es lief schlecht obwohl wir Vollgas gaben. Aber wir hatten auch keine Erfahrungen als Existenzgründer.“ Oliver König hatte das Unternehmen 1999 zunächst in Hamburg mit drei weiteren Partnern gegründet, nachdem er während einer Segelregatta in San Francisco von einem Wetter-Funk-Dienst inspiriert wurde. „Wir haben angefangen, Wetterstationen an Stränden aufzustellen. Windsurfer und Kiter konnten sich dann per SMS informieren lassen, wenn der Wind gut war“, erklärt König die Anfänge von Windfinder. Dennoch lies sich mit diesem Konzept kein Geld verdienen. Die Partner stiegen aus, weil die Familie zu wichtig und das Risiko zu hoch wurde. Oliver König blieb hartnäckig, glaubte an seine Idee. 2005 wurde sein Unternehmen profitabel. „Wir hatten großes Glück, dass wir uns früh mit unserer Idee auf dem Markt etabliert haben und es keine persönlichen Streitereien gab“, berichtet König. Seit 2009 gibt es die App für das iPhone. Android- und Windowsphone-Geräte folgten. In einer kostenlosen Version können Nutzer die App bereits nutzen, müssen allerdings Werbung akzeptieren. Eine kostenflichtige Version verzichtet auf Werbung und bietet noch präzisere Vorhersagen.

 

Neben Oliver König und Jonas Kaufmann, der seit 2003 ebenfalls Geschäftsführer ist, hat das Unternehmen zwei feste Entwickler in Bremen und Berlin angestellt. Eine Reihe von freien Mitarbeitern ergänzen das Kieler Team. Der Sitz in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt wird aktuell ausgebaut. „Für mich war schnell klar, dass Kiel als Segler- und Wassersport-Hotspot der ideale Sitz für Windfinder ist“, sagt König. Seine Firma zieht gerade in größere Büros um und will sich dann auch personell vergrößern. Handlungsbedarf gebe es genug: „Viele Menschen haben die falsche Vorstellung, dass man einmal eine App programmiert und dann Ruhe hat. Wir sind aber ständig dabei, die Website und unsere Apps zu optimieren und neue Funktionen einzubauen.“

Klar, dass man bei diesem Beruf den Wassersport auch leben muss. Oliver König sagt zwar: „Es gibt Wassersportler, für die hört die Saison nie auf. Dazu gehöre ich nicht.“ Zwei bis dreimal pro Woche steht er während der Saison dennoch auf dem Brett und folgt dem Wind.


> www.windfinder.com

 

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