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Tipps zum Energiesparen : Die Stromfresser Laptop und PC zähmen

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Smartphones, Computer und Laptops in Deutschland verbrauchen 35 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr. Das muss nicht so sein, sagen Experten. Sie geben Tipps.

Smartphones, PC und Laptop: In den Wohnungen stehen und liegen viele Elektrogeräte - und fressen Strom. Der Durchschnittsdeutsche verbringt laut einer aktuellen Onlinestudie von ARD und ZDF rund 83 Minuten seiner Freizeit pro Tag vor dem Computer und im Internet. Der Betrieb von Smartphones, PCs und Laptops verbrauchte im Jahr 2010 rund 35 Milliarden Kilowattstunden Strom.
"Zählt man Büros und Rechenzentren dazu, waren es sogar rund 60 Milliarden", sagt Alexander Schlösser, Umweltexperte und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer Institut in Berlin. Das seien mehr als zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Jeder Haushalt zahle jährlich 200 Euro im Durchschnitt für den Energieverbrauch ihrer Geräte wie Smartphones oder Laptops, sagt Schlösser. Durch die Energiewende werden sich diese Kosten nochmals erhöhen. Wie kann die Stromrechnung gedrückt werden, ohne auf die technischen Spielereien zu verzichten?

Tablet reicht meistens aus

Energieberater Eggert Rühmann kann zumindest Smartphone-Besitzer beruhigen: "Smartphones verbrauchen eher wenig Energie. Aber der Computer kann sehr viel verbrauchen, wenn man nicht vorsichtig ist", meint er. Da seien 200 Watt pro Stunde keine Seltenheit, was vielen Verbrauchern nicht auffalle, da sie ihre Energiekosten nicht richtig einschätzen könnten. "Da wird manchmal sogar schon über den Strom geheizt", meint Rühmann. Dazu kämen noch Heizungs- und Belichtungskosten. Irgendwo müsse man also einen Einschnitt machen.
Alexander Schlösser schlägt vor zu überdenken, welche technischen Geräte der Verbraucher noch braucht. "Heute kann ein Smartphone mehrere Geräte ersetzen", erklärt der Umweltexperte. Auch einen Laptopkauf solle man überdenken, ein Tablet reiche meistens aus. Den Nutzen eines Desktop-PCs solle man heutzutage generell hinterfragen.

Auf Effizienz achten

"Es kommt aber immer auf den individuellen Verbrauch an", meint Energieberater Rühmann. Wer bisher nicht auf sein Verhalten geachtet habe, sollte sich Gedanken machen, auf welche Geräte er verzichten kann. Wer das nicht will, soll laut Rühmann zumindest beim Neukauf auf die Effizienz des Gerätes achten. "Der Fernseher ist in den meisten Haushalten immer noch der größte Stromverbraucher", sagt Schlösser und rät daher immer das Energiesparlabel zu beachten. Auch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) empfiehlt, bei Neugeräten die Stromeffizienz zu beachten. Christine Hannemann von der VZSH rät außerdem dazu, Verlängerungssteckdosen zu kaufen, die man selbst ein- und ausschalten kann. "So kann man ganz leicht sicherstellen, dass kein Strom fließt", erklärt die Verbraucherschützerin.
Energieberater Rühmann rät zudem vom Kauf eines Trockners ab: "Es gibt keinen, der die beste Energiesparklasse A hat. Da ist es besser, die Wäsche einfach aufzuhängen", meint er.
Für Smartphones, Laptops und Co. hat Wissenschaftler Alexander Schlösser aber noch ein paar Stromspar-Tipps auf Lager: "Es empfiehlt sich, die Bildschirmhelligkeit und - falls vorhanden - die Power-Management-Einstellungen anzupassen", rät er den Nutzern. Eine gute Investitionen seien LED-Lampen und OLED-Bildschirme. Eggert Rühmann rät, aufgeladene Akkus besser vom Netz zu nehmen: Denn neben eventuellen Schäden sei Stromverschwendung ein Problem. Den Standby-Modus könne man der Stiftung Warentest zufolge bei vielen Neugeräten getrost eingeschaltet lassen. Nur Drucker würden im Bereitschaftsmodus weiterhin im hohen Maß Strom fressen.

Professionelle Energieberatung
Wer sich bei seinem Energieverbrauch beraten lassen möchte, kann bei den Verbraucherzentralen ein Beratungsgespräch führen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert zudem die Inanspruchnahme von speziellen Beratungen. Die VZSH bietet beispielsweise ein "Fall-Management vor Ort" an, bei dem sich ein Energieberater einem speziellen Problem im Haushalt widmet. Wer das ganze Haus oder die Wohnung besprechen möchte, muss eine "Vor-Ort-Beratung" wählen, die deutlich teurer ist. Die staatliche Förderung ist meist jedoch schon in den Kosten des Energieberaters enthalten.

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erstellt am 12.Dez.2012 | 08:30 Uhr

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