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Spieleentwickler bei Innogames : Die Schöpfer digitaler Spielewelten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Blick hinter die Kulissen beim Hamburger Entwickler-Studio Innogames

Hamburg | Begehrt mein Volk auf? Halten meine Bündnisse? Und wie steht es um die Gunst der Götter? Das sind Fragen, die Daniel Weiss in dem Online-Spiel „Grepolis“ klären muss, wenn er morgens mit dem Zug zur Arbeit fährt. Der 29-Jährige aus Buxtehude vertreibt sich damit nicht nur die Zeit, sondern betreibt auch Qualitätsprüfung. Daniel Weiss ist Softwareentwickler beim Hamburger Spielestudio Innogames.

Weiss und seine Kollegen sitzen in einem großen Büro. An der Fensterfront kleben aus bunten Notizzetteln geformte Figuren aus dem Universum von 8-bit-Computerspielen der späten 70er Jahre. Auf seinem Bildschirm blickt man auf eine Insel aus dem antiken Griechenland. „Das ist die Spielwelt von Grepolis“, erklärt er. Daneben ist ein Programm mit unzähligen Zeilen an Quellcode geöffnet.

Hier werden Browser-Games entwickelt und gepflegt – Spiele, die nicht installiert, sondern im Browser mit vielen anderen Spielern über das Internet gespielt werden können. Seit den 90er Jahren gibt es Spiele dieser Art. Waren sie damals noch sehr tabellen- und zahlenlastig, sind sie heute optisch wesentlich anspruchsvoller. „Computer und Internetverbindungen sind viel leistungsfähiger geworden. Man kann damit heute schon sehr viel machen“, sagt Weiss.

„Grepolis“ ist einer von sechs Titeln, die Innogames betreibt. Mehr als 110 Millionen Nutzer weltweit sind für die Spiele registriert. Dabei begann das Unternehmen 2003 noch ganz klein mit dem Spiel „Die Stämme“. Die beiden Brüder Eike und Hendrik Klindworth entwickelten es zusammen mit ihrem Freund Michael Zillmer. Der Unternehmenssitz war damals bei den Eltern in Stade. Heute hat Innogames 350 Mitarbeiter aus 25 verschiedenen Nationen und seinen Sitz in Hamburg Süd. Der Wind steht gut, sodass die Geschäftsführer weiter kräftig neue Talente einstellen wollen.

Die Geschäftsentwicklung bei Innogames steht stellvertretend für die ganze Spielebranche. Das Geschäft in Deutschland boomt und Hamburg hat sich zu einem der wichtigsten Standorte entwickelt. Der Umsatz der Branche ist hierzulande auf 798 Millionen Euro angewachsen, berichtet der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware. Spiele für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets werden dabei wichtiger.

„Wir werden immer mehr zur Crossmediaplattform. Mit einem Spielerkonto kann man sich heute nicht nur im Browser, sondern auch auf Smartphones und Tablets anmelden“, erklärt Pressesprecherin Sarah Lüken. Das macht die Arbeit immer komplexer. Gute Leute sind gefragt in der Branche. „Wir bekommen den Fachkräftemangel zu spüren. Gerade Experten für bestimmte Programmiersprachen sind schwer zu finden.“

Hier kommt Philipp Bornstedt in Spiel. Wie Daniel Weiss studierte er Medieninformatik an der Fachhochschule Flensburg. Heute ist der 29-Jährige bei Innogames Experte für die Entwicklung auf Smartphones und Tablets. Die Geräte haben die Verbreitung der Browser-Games kräftig vorangetrieben. „Durch Smartphones ist das Spiel immer erreichbar. Früher musste man für ein Browser-Spiel noch einen Großteil seiner Freizeit opfern, heute geht das nebenbei von Unterwegs aus“, erklärt der Hamburger.

In der Spielebranche fühlen sich die beiden Entwickler Daniel Weiss und Philipp Bornstedt wohl, auch wenn sie immer wieder auf Vorbehalte stoßen. „Viele denken: Der hat nur Spaß in seinem Job. Dabei ist der Programm-Code von Computerspielen sehr ähnlich zu dem von langweiliger Büro-Software“, sagt Weiss. Und Philipp Bornstedt ergänzt: „Trotzdem kann man hier mit den modernsten Technologien in einem jungen Umfeld arbeiten. Das ist alles andere als das angestaubte Bild des Keller-Informatikers.“

> www.innogames.com



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erstellt am 09.Aug.2014 | 04:30 Uhr

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