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Lempferts Netzwelt : Die Oma erzählt vom Krieg

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Youtube ist mehr als stumpfe Unterhaltung: Von manchen Videos lässt sich fürs Leben lernen.

Beim Gedanken an Youtube schießen einem schnell Namen wie Bibi und Dagi in den  Kopf. Manchen sind auch die Lochis oder KsFreak ein Begriff. Wer sich selbst einmal auf die Plattform verirrt, stößt vielleicht  auf  junge Männer, die in Schokocreme baden, und Mädchen, die zehn Arten von Trampolin-Springern aufzählen.

Die Youtube-Seite mit den aktuell beliebtesten Videos läuft meist nur so über von Unterhaltung ohne Mehrwert. Dort sind viele Videos zu finden, bei denen der Profit für die Web-Video-Produzenten über dem Ausleben ihrer Kreativität zu stehen scheint.

Dennoch lassen sich auf Youtube mit etwas Geduld und Glück auch Videos finden, die Wissen und Werte vermitteln. Videos von Menschen, die viel erlebt und vom Leben gelernt haben. Sie machen ihren Zuschauern Mut und inspirieren sie, ihren eigenen Weg zu gehen.

Eines der besten Beispiele dafür ist die Marmeladenoma (hier geht es zu ihrem Kanal). Die Oma, wie ihre Zuschauer sie nennen dürfen, heißt eigentlich Helga Sofie Josefa und ist Mitte 80. Eigentlich hat sie auch mit einfacher Unterhaltung angefangen: Sie hat Märchen vor der Kamera vorgelesen.

Doch mittlerweile hat sie sich für viele ihrer Zuschauer zur „Ersatz-Oma“ entwickelt. Sie erzählt ihnen Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend. Etwa von der alten Kirche, in der sie zusammen mit Freunden gespielt hat, und dem Tag, an dem sie in den dunklen Gemäuern verloren ging und weinte, bis ihre Brüder sie retteten. Sie spricht auch vom Krieg, von  schwierigen Zeiten und hat keine Scheu davor, jede Frage dazu zu beantworten. 

Ein Beispielvideo von ihr:

Und ihre Zuschauer haben viele Fragen. Fragen, die sie sich nicht trauen, ihren eigenen Großeltern zu stellen oder nicht mehr stellen können. Viele schreiben ihr auch handschriftliche Briefe, statt 140 Zeichen via Twitter. Sie bekommt nicht nur Post aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, auch Zuschauer aus Frankreich und Korea schreiben ihr. Und die Oma nimmt sich Zeit, jedem einzelnen zu antworten. 

Marmeladenomas Videos kommen von Herzen. Sie bietet ihren Zuschauern einen Mehrwert, der mit keiner Werbeeinnahme der Welt bezahlt werden kann. Von Youtubern ihrer Art lassen sich auf der Plattform noch mehr finden, man muss nur gründlich suchen.

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erstellt am 19.Mai.2017 | 08:42 Uhr

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