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Nagars Netzwelt : Die Menschen sind wichtig

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Facebook ist nur eine Plattform – was wirklich zählt, sind die Menschen dahinter.

von
erstellt am 11.Sep.2015 | 10:33 Uhr

Ja, man kann über Facebook viel Negatives sagen. Komischer Datenschutz, undurchsichtige Kommerzstrategien und kaum Verantwortungsbewusstsein bei den Themen Cybermobbing, Volksverhetzung oder Beleidigungen. Doch bei Letzterem ist Facebook nur der Übermittler der schlechten Nachrichten – eine Plattform. Diese zu beschimpfen ist immer eine verständliche Reaktion, doch das US-Unternehmen kann im besten Fall nur den Deckel auf einen brodelnden Topf legen. Die Symptome bekämpfen, nicht die Ursachen. Denn eigentlich geht es um die Gesellschaft.

Zu dieser Gesellschaft gehören die vielbesprochenen „Tastaturpatrioten“, aber auch jene Menschen, die Facebook als Hilfsmittel nutzen. So geschehen in Flensburg. Über diverse Facebookseiten organisierten sich in den vergangenen Tagen zum Teil völlig fremde Menschen miteinander. Ihr Ziel: Den am Bahnhof ankommenden Flüchtlingen Decken, Wasser und ein paar Spielsachen zu bringen. Unter anderem prasselten die Kommentare und Aufrufe auf den Facebookseiten von „Flensbook“, „Refugees welcome – Flensburg“ und „Flüchtlingshilfe Flensburg“ ein. Und es kamen nicht nur Likes und Kommentare, sondern viele Netznutzer fanden den Ausknopf an ihrem Computer (oft ist der vorne), kamen zum Bahnhof und versuchten so gut wie möglich zu helfen. Für Samstag ist ein gemeinsames Fest geplant. Keiner lobt Facebook für diese Hilfsbereitschaft. Denn auch hier ist nicht Facebook der Akteur, sondern die Plattform. Und die funktioniert ähnlich wie ein Klappmesser: Das kann Werkzeug sein – oder Waffe. Es kommt immer drauf an, wer es in der Hand hält.

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