zur Navigation springen

Maas’ Netzwelt : Die Lieblings-App floppt im TV

vom

Die ARD schafft es nicht, ihre Sendung Quizduell vor Hackern zu schützen. Spielen ohne Pilawa – es gibt Schlimmeres, meint Kolumnistin Barbara Maas.

Eine Smartphone-App schafft es ins Fernsehen – na gut, fast. Das Quizduell fesselt inzwischen weltweit 30 Millionen Spieler an ihre Handys. Die Erfolgs-App sollte auch den ARD-Vorabend revolutionieren – und wurde zur Farce. Der Plan: Zuschauer treten mit ihren Smartphones live gegen Kandidaten im Studio an. Ein wirklich schöner Einfall. Aber offensichtlich schlecht gemacht. „Hacker“ hätten die Show geentert, hieß es nach der ersten gescheiterten Sendung aus der Rundfunkanstalt. Als beim zweiten und dritten Mal schon wieder nur die Studio-Gäste gegeneinander quizzten, wurde klar: Die ARD hat ein Problem. Mit der Technik – und langsam auch mit dem Image.

Gestern sollte es klappen, versprochen. Die ARD kündigte einen Test mit allen 190.000 für die Show registrierten Nutzern am Montagabend an. Gestern Nachmittag sagte der Sender den Test ab. Die Entwickler sind ratlos. Zur Erinnerung: Die ARD finanziert sich aus Rundfunkgebühren und beschäftigt fähige Mitarbeiter. Vollmundig hatte dann auch der Moderator Jörg Pilawa letzte Woche geprahlt: Wenn das Quizduell in dieser Woche nicht funktioniere, trete er als Pastor in der Seifenoper „Verbotene Liebe“ auf. Auf deren Sendeplatz läuft  nämlich drei Wochen lang die Pannen-Sendung. Tja. Jetzt werden nicht nur die Quiz-Zuschauer bestraft, sondern auch die Soap-Fans.

Am besten kommen übrigens diejenigen weg, die ihr Quizduell auf dem Smartphone so lieben, wie es ist – bis zur nächsten App-Euphorie, versteht sich. Sie spielen einfach weiter. Wie immer: auf dem Sofa, in der Bahn, auf dem Schulhof. Mit Freunden und Fremden. Nur eben ohne Jörg Pilawa. Seien wir ehrlich: Es gibt Schlimmeres.

zur Startseite

von
erstellt am 20.Mai.2014 | 04:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen