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Christiansens Netzwelt : Die lange (Bahn-) Reise zum WLan

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

WLan-Zugänge gehören zum öffentlichen Leben. Der Nahverkehr spielt da (noch) nicht mit.

von
erstellt am 31.Mär.2015 | 05:15 Uhr

Das nenn’ ich mal Service: Der Hinweis im Flieger, dass während der Reise WLan verfügbar ist, lässt den modernen Menschen hellhörig (und seltsam beruhigt) werden. „Damit Sie weiterarbeiten können“, heißt es aus dem Lautsprecher. Klar, wir leben in einer auf höchste Effizienz ausgelegten Gesellschaft. Jede Sekunde zählt. Wehe dem, der sich mit einem Buch (mit echten Seiten aus richtigem Papier) auf der Reise blicken lässt oder einfach mal nichtstuend aus dem Fenster schaut. Doch Reisenden im Nahverkehr der Bahn wird wohl auch künftig kaum etwas anderes übrig bleiben. Bis hier WLan in „nennenswerterem Umfang“ in Regional- und S-Bahn-Zügen verfügbar sein wird, werden wohl noch „circa fünf Jahre“ ins Land gehen, gibt der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG SPNV) an.

Doch auch, wenn ein Facebook- oder Instagram-Post aus dem Flieger mit „XY war hier: Grönland“ (wenn auch nur im Überflug) viel attraktiver sein mag, als „XY war hier: Horst, Kreis Steinburg“, möchte der ein oder andere vielleicht die Stationen auf seinem „Ich-fahre-mit-der-Bahn-vom-Shoppen-in-Hamburg-nach-Hause“-Bild verewigen. Da spielt nur leider die Bahn nicht mit. Noch nicht.

Der Begriff „Echtzeit“ scheint in seiner Bedeutung für ein modern wirken wollendes Beförderungsunternehmen doch etwas zu schnell zu sein – und das, wo doch heute jeder, der ein Smartphone und einen Account bei Facebook, Instagram, Twitter und Co. besitzt, viel Wert auf ebendiese Bedeutung des Begriffs legt. Da bleibt nur: drauf verzichten (als Möglichkeit manchmal nicht zu unterschätzen) oder verspätet von zu Hause zu senden. Passt irgendwie: mit Verspätungen kennt sich die Bahn ja aus.

Immerhin stellt man in Aussicht, dass Fahrgäste mit Ziel Sylt wohl schon ab Dezember 2016 hippe Bahnhöfe wie Niebüll auf ihren Bildern von unterwegs markieren könnten.

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