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Maas' Netzwelt : Die Hassobjekte der Stewardess

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Flugbegleiter in den USA kämpfen für ein Verbot von mobilen Geräten im Flugzeug. Um technische Probleme geht es ihnen nicht.

Vor ungefähr vier Jahren saß ich in einem Flugzeug nach London und hatte Panik. Im Rucksack im Handgepäckfach über meinem Kopf lag mein Smartphone – eingeschaltet. Verzweifelt hatte ich versucht es auszustellen. Ohne Erfolg. Ein Softwarefehler.

Damals waren beim Start und bei der Landung technische Geräte verboten. Und ich war der festen Überzeugung: Wenn wir jetzt abstürzen, ist es meine Schuld. Da war doch diese Sache mit dem Magnetismus und der Bordelektronik, oder? Ich muss zugeben: Physik war noch nie meine Stärke, und diese Angst war ziemlich doof.

Heute sind mobile Endgeräte im Flugzeug erlaubt – solange der Flugmodus aktiviert ist. Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA bestimmte im November 2013, dass Unterhaltungselektronik in allen Flugphasen benutzt werden darf. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) zog nach. Sogar klassische Telefonate erlaubt die EASA während der Flugphase, fast alle Fluggesellschaften verbieten aber das Telefonieren an Bord. WLAN und Bluetooth können durchgehend genutzt werden.

Die Flugbegleiter in den USA kämpfen neuerdings gegen diese Regelung. Die „Association of Flight Attendants CWA“ verklagt die FAA. Denn eigentlich müssen alle schweren Handgepäckstücke in den Stauräumen untergebracht werden. Ihr Horrorszenario: Bei Turbulenzen schleudert ein Tablet durchs Flugzeug – und trifft einen Passagier am Kopf. Fluchtwege werden blockiert. Passagiere fliehen zu spät, weil sie noch dringend ihre Geräte suchen müssen. Abwegig ist das nicht.

Übrigens: Auch das Telefonieren ist nicht wegen technischer Schwierigkeiten verboten – sondern weil die Fluggesellschaften Ruhe an Bord wollen. Mit diesen Informationen hätte ich auch meinen Flug nach London genießen können.

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erstellt am 13.Okt.2014 | 11:56 Uhr

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