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Maas’ Netzwelt : Die eSim kommt – Zukunft ohne Schnippeln

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die fest verbaute Sim-Karte kommt – endlich, meint unsere Kolumnistin.

Ich bin eigentlich kein besonders paranoider Mensch. Und jetzt kommt die Ausnahme: Ich bin davon überzeugt, dass der Erfinder der Micro-Sim-Karte mich persönlich ärgern wollte. Entweder das, oder er ist ein echter Menschenfeind – und will allen das Leben vermiesen. Früher reizte es schon mein Nervenkostüm, wenn ich eine Sim-Karte gerade einsetzen sollte. Heute setzt der Google Suggester automatisch hinter „Sim Karte“ das Wort „zuschneiden“. Ich weiß nicht, ob Sie schon mal versucht haben mit einer 20 Zentimeter langen Schere eine fünf Millimeter lange Sim-Karte passgenau aus einer normalen Sim auszuschneiden. Ich habe es versucht. Mehrmals. Nervenkitzel, Durchatmen, Schere ansetzen, schnippeln. Zu groß. Vorsichtig noch mal die Schere ansetzen. Zu klein. Kaputt. Kein Telefonieren, kein Surfen, gar nichts.

Mit etwas Glück ist mein Frust in ein paar Jahren nur noch eine dunkle Erinnerung. Denn Vodafone und O2 werden schon in diesem Frühjahr eine Smartwatch verkaufen, die eine fest verbaute Sim hat, eine „embedded Sim“ oder kurz eSim. Sie soll von außen programmierbar sein. Kunden können ihren Netzbetreiber dann direkt auf dem Gerät auswählen – und genau deshalb waren die Netzbetreiber skeptisch. Die Sorge: Wenn der Wechsel so leicht ist, wandern mehr Kunden ab. Ich habe für dieses Argument Verständnis. Ich bleibe aus Angst vor einer neuen Sim-Karte. Ohne größte Not würde ich sie niemals austauschen.

Zum Glück ist in Smartwatches kaum noch Platz für die Karten – und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Smartphones ohne auskommen. Ich darf hoffen – auf eine Zukunft ohne Schnippeln.

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