Dreyklufts Netzwelt : Die Diskussion über Google-Angst

 Joachim Dreykluft ist Online-Chefredakteur des sh:z. Er schreibt hier jeden Mittwoch.
Joachim Dreykluft ist Online-Chefredakteur des sh:z. Er schreibt hier jeden Mittwoch.

Die "Frankfurter Allgemeine" führt eine absolut verfolgenswerte Debatte über Googles Macht, meint Kolumnist Joachim Dreykluft.

von
24. Juni 2014, 04:00 Uhr

Die „Frankfurter Allgemeine“ macht sich gerade als treibende Kraft in einer Debatte verdient, was sie vermutlich noch ihrem verstorbenen Herausgeber Frank Schirrmacher verdankt. Einer Debatte, die ungefähr im Monatsrhythmus weitergetrieben wird und absolut verfolgenswert ist.

Gestartet hat  sie Robert Maier, Chef einer Springer-Digitaltochter, die eine EU-Kartelluntersuchung gegen Google angestrengt hat. Beteiligt haben sich bislang Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt, Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und in der gestrigen Ausgabe „Handelsblatt“-Geschäftsführer Gabor Steingart.

Die Debatte ist komplex, teilweise auch ziemlich abstrakt und meistens klug. Aus meiner Sicht haben sich drei Schwerpunkte herauskristallisiert: Google manipuliert Suchergebnisse zu Lasten von Wettbewerbern und nutzt das Monopol aus (Maier, Gabriel). Google zerstört die Verlage (Steingart) und Google droht, die Demokratie zu zerstören (Döpfner und zum Teil auch Gabriel).

Besonders interessant finde ich den Teil, der sich mit Demokratie befasst. Hier geht es ans Eingemachte. Den intellektuell fundiertesten Beitrag leistete hierzu ausgerechnet der Zahlenmensch Döpfner, der Google nachvollziehbar vorwirft, demokratiefeindlich zu wirken und Selbstbeschränkung vorschlägt, damit der Internetkonzern nicht an seinen eigenen Erfolgen zugrunde geht.

Gabor Steingart ging es im gestrigen Beitrag vor allem um die eigene Branche: „Das neofeudalistische Google-Monopol konnte nur mit Hilfe der traditionellen Verlage errichtet werden.“ Eine Selbstüberschätzung, der Döpfner schon vor einem Monat widersprach, ohne natürlich Steingarts Beitrag zu kennen: „Google braucht uns nicht. Aber wir brauchen Google.“

Die Links zu den Debattenbeiträgen:

Robert M. Maier: Angst vor Google http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/weltmacht-google-ist-gefahr-fuer-die-gesellschaft-12877120.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Eric Schmidt: Die Chancen des Wachstums  http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/eric-schmidt-ueber-das-gute-an-google-die-chancen-des-wachstums-12887813.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Mathias Döpfner: Warum wir Google fürchten http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/mathias-doepfner-warum-wir-google-fuerchten-12897463.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Sigmar Gabriel: Unsere politischen Konsequenzen aus der Google-Debatte http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/sigmar-gabriel-konsequenzen-der-google-debatte-12941865.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Gabor Steingart: Unsere Waffen im digitalen Freiheitskampf http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/google-debatte-waffen-im-digitalen-freiheitskampf-13004055.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen