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Christiansens Netzwelt : Die Aufgaben der Anderen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fremden beim Zocken zuzuschauen, ist bereits ein Trend. Doch werden die Let’s-Play-Videos bald abgelöst?

Was wären wir ohne das Internet? Schüler lernen hier dank der Erklärbär-Videos – sogenannte Tutorials – nach dem Motto „Physik leicht gemacht“ das wichtigste Handwerkszeug, um sich auf den letzten Drücker für die Klausur vorzubereiten, hippe Studenten erlangen Fachwissen über die Kunst, einen Schal zu stricken – für den Zeitvertreib während der Vorlesung. Und: Computerspielbegeisterte bekommen vorgemacht, wie die härtesten aller harten Levels in Games zu bewältigen sind.

Das ist gesellschaftsfähig. Die eher für technische Inhalte bekannte Webseite Chip.de meldete kürzlich: „Der Beweis auf YouTube: Schwierigstes Super-Mario-Level aller Zeiten geschafft“. Super Mario ist Spiele-Kult, das sehe ich ein. Und auch, dass Begeisterte in Let’s-Play-Videos Gamern beim Meistern von schwierigen Levels oder beim Ausprobieren von neuen Spielen zuschauen, habe ich begriffen – dahinter steckt die Abwägung von Kaufentscheidungen und auch die Suche nach Unterhaltung. Dafür sorgen die Reaktionen der im Bild eingeblendeten Spieler, die mal euphorisch, mal überrascht oder auch verärgert ausfallen.

Doch bei dem über eine Million Mal angeklickten Video vom herumspringenden Mario ist niemand im Bild bei seinem Spielabenteuer zu beobachten. Aber vielleicht liegt der Reiz hier beim Selbstgemachten: Mit dem neuen „Super Mario Maker“ wurde dieses Level von einem Nutzer selbst gebastelt. Und vielleicht wird so statt „Spiel mir was vor“ bald „Stell mir eine Aufgabe“ zu DEM Motto für die Gamer-Gemeinschaft.

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erstellt am 29.Sep.2015 | 15:32 Uhr

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