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Christiansens Netzwelt : Der sinnlose Kampf der Geschlechter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Veranstaltung soll die Erfolge von Frauen in der Games-Branche feiern – ohne Männer. Das polarisiert.

von
erstellt am 03.Jul.2017 | 15:12 Uhr

Lara Croft? Das ist doch die sexy Brünette, die ihren übertrieben perfekten Körper nicht nur mit Klamotten, sondern auch mit Waffen behängt... Sie hat sich Respekt verschafft in der Gamer-Welt, Männer wie Frauen schicken sie am Bildschirm durch gefährliche Abenteuer. Doch viel mehr akzeptierte Computerspiel-Heldinnen fallen einem dann auch nicht mehr ein. Die Games-Branche hat ein Sexismus-Problem – das ist bekannt.

Ende Juli sollte ein Abend ganz im Zeichen von Frauen in der Gaming-Industrie stehen. In Barcelona war eine Veranstaltung geplant, bei der man die Erfolge weiblicher Entwickler und eSportler feiern wollte. Genau: „Wollte“. Denn nachdem es unter anderem im spanischen Forum „Forocoches“ zu Anfeindungen gegen den Veranstalter, Spieleentwickler King („Candy Crush“), gekommen sein soll, wurde das Event kurzerhand abgesagt. Die – überwiegend männlichen – Trolle hätten gedroht, zur Veranstaltung zu kommen, um sie zu stören und zu manipulieren, wie unter anderem Giga.de schreibt. Das ist harter Tobak.

Der Shitstorm wurde ausgelöst, weil das Event einen sicheren Raum für Frauen bieten sollte – ganz ohne Männer. Dieser Vorfall zeige „nur mehr denn je, dass es Bereiche für Frauen und Mädchen geben muss, die nicht auch von Männern besucht werden“, hieß es in einer Stellungnahme der Organisatoren der Veranstaltung. Eine Einschätzung, die den Graben eigentlich nur tiefer reißen kann: Statt das andere Geschlecht auszugrenzen, sollte man bestrebt sein, auch bei Veranstaltungen, auf denen sich Frauen feiern lassen, Männer einzubeziehen – und natürlich andersherum. In der Games-Branche ist Sexismus ein großes Problem. Erfolgreiche Frauen werden angefeindet und bedroht. Aber das löst sich nicht, wenn Geschlechtertrennung weiter vorangetrieben wird. Männer und Frauen sollten erfolgreiche Macher aus ihren Reihen gemeinsam feiern – für die Sache.

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