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Fligges Netzwelt : Der knickrige Nutzer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jeder zweite Deutsche setzt auf Kostenlos-Software. Aber ist das wirklich moralisch vertretbar?

von
erstellt am 30.Okt.2014 | 09:35 Uhr

Bezahlen – ja oder nein? Im Supermarkt wird die Frage klar beantwortet: „Ja.“ Aber vor dem Bildschirm? Hier haben Nutzer sogar auf legalem Weg die Wahl. Schon für Windows gibt es mit den vielen Linux-Versionen kostenlose und gute Alternativen. Open Office für Büroanwendungen, Gimp für die Bildbearbeitung, Avira Antivir zum Schutz gegen Viren – Programme wie diese zeigen: Es geht auch ohne Geld.

Eine repräsentative Studie des Technikverbandes Bitkom hat diese Woche gezeigt, dass nicht nur Nerds auf Open Source setzen (quelloffene Software). Jeder zweite Verbraucher in Deutschland (51 Prozent) gibt demnach kein Geld für PC-Software aus. 25 Prozent der Befragten nutzen ausschließliche kostenlose Programme – sogenannte Freeware. Diese Mentalität macht anscheinend auch vor mobilen Geräten nicht halt. 43 Prozent der Tablet- und Smartphonebesitzer setzen ausschließlich auf kostenlose Apps.

Sind wir also alle zu knickrig? Schließlich steckt in guter Software auch Arbeit.

Es kommt drauf an. Programmieren ist mittlerweile kein Hexenwerk mehr. Wer einfache Ansprüche hat, kann auch ohne schlechtes Gewissen auf einfache und dafür kostenlose Programme setzen. Auch müssen wir keine teuren Tool-Sammlungen mehr kaufen, wenn wir nur eine kleine Anwendung für einen bestimmten Zweck suchen. Nur werden diese kostenlosen Dienste zu häufig für selbstverständlich hingenommen. Zufriedene Nutzer von Gimp und Co. können auch die Entwickler mit kleinen Spenden belohnen. Wer sogar den Werbeblocker auf den Seiten kostenloser Dienste aktiviert, sollte seine Geiz-ist-geil-Mentalität überdenken.

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