zur Navigation springen

Dreyklufts Netzwelt : Der Katalog der Handy-Lauscher

vom

Ein Abhörgerät gefällig? Hier finden Sie eine gute Auswahl mit Preisliste und Kurzkritiken, schreibt unser Kolumnist.

„The Intercept“ („to intercept“ heißt: abhören) ist eine Website für alle, die sich dafür interessieren, wie wir von Geheimdiensten abgehört werden. Mitgegründet wurde sie von Glenn Greenwald, der dort etwa Dokumente von Edward Snowden veröffentlichte.

Der Nachteil: Hier wird es oft arg speziell und technisch. Deshalb haben sich die Macher von „The Intercept“ etwas einfallen lassen, um mit ihrer neuesten Enthüllung ein breiteres Publikum anzusprechen. 

Das Abhörgerät „Stingray“, vorgestellt auf „The Intercept“.
Das Abhörgerät „Stingray“, vorgestellt auf „The Intercept“. Foto: Screenshot

Eine Liste mit allerlei Geräten zum Handy-Abhören haben sie wie einen Elektro-Katalog aufgemacht, mit Preisliste, Verfügbarkeit, bekannten Schwächen im Einsatz und einer Reihe von nicht ganz ernst gemeinten Kurzkritiken.

Kostprobe für ein Gerät namens „Stingray“ (deutsch: Stachelrochen), das einen Mobilfunkmast simuliert, um Handys abzuhören: „Machen Sie sich keine Gedanken über den sechsstelligen Preis. Dafür gibt es Bundesmittel. Vorteil: scharfer Name. Nachteil: beeinträchtigt auch unbeteiligte Telefone im Umkreis von 200 Metern und zieht ihre Akkus leer, weil sie mit voller Wattzahl senden müssen, um die Abhörmöglichkeiten zu verbessern.“

Die Macher von „The Intercept“ beweisen nicht nur Humor. Sie gehen ein Grundproblem ihrer Arbeit an: Sie wird in Fachkreisen eifrig diskutiert, erreicht aber selten eine größere Öffentlichkeit.

Schauen Sie also rein in den Katalog der Lauscher. Denn eins scheint gewiss: Geräte dieses Schlags werden ihren Weg auch zu deutschen Behörden finden, wenn Poliktiker wie Thomas de Maizière („ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“) uns nur genug Terrorismusangst eingejagt haben.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Dez.2015 | 18:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen